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Das Dobergmuseum nach der Sanierung

Stiftung und Landschaftsverband für Sanierungspläne

Bericht der NW vom 18.12.2008 von Dieter Schnase (Foto: Architekturbüro Flörke und Krys)

Nachdem der Ausschuss für Wirtschaftsförderung Anfang November die Sanierung des Dobergmuseums mit dem Abriss der Rotunde (Rundbau) beschlossen hat, haben auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die NRW-Stiftung dieser Variante zugestimmt. Dies bestätigte Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse gestern im Gespräch mit der Neuen Westfälischen.

Träger des Dobergmuseums ist der Förderverein, der seit kurzem einen neuen Vorsitzenden hat: Roger Hillen aus Kirchlengern, seit Jahren mit dem Bünder Museum verbunden. Ortrud Gieselmann ist jetzt als stellvertretende Vorsitzende tätig. Da der Bau seinerzeit mit erheblichen Mitteln der NRW-Stiftung errichtet wurde, war das Votum aus Düsseldorf eine wichtige Voraussetzung für die mit den Stimmen der CDU-Fraktion beschlossenen Sanierungspläne.

SPD-Sprecher Horst Beck hatte, wie berichtet, in der Ratssitzung am 4. November beantragt, dass der Rat von seinem Rückholrecht Gebrauch machen solle – in seiner Fraktion wird der Abriss der Rotunde kritisch gesehen. Dem wurde aber nicht gefolgt. Statt dessen wurde in der Sitzung betont, dass der Gestaltungsbeirat der Stadt noch Gelegenheit haben werde, die Pläne zu begutachten.

Wie geht es nun weiter? Die Voraussetzung dafür, dass die Planung – geschätzte Kosten knapp eine Million Euro – fortgesetzt werden kann, ist ein entsprechender Vertrag zwischen der Stadt und dem Förderverein Dobergmuseum. Peter Speckmann, Leiter der Kommunalbetriebe Bünde (KBB) geht davon aus, dass die Unterzeichnung noch in diesem Jahr erfolgt. „Sobald wir grünes Licht haben, können wir die Pläne vorantreiben.“ Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse teilte auf Anfrage mit , dass ein Gespräch zum Museum stattgefunden habe, in dem sich Vertreter der NRW-Stiftung und des Landschaftsverbandes mit der Sanierungsvariante einverstanden erklärt hätten. Auch die Fachleute bewerteten die durch den Abriss der Rotunde entstehende größere Ausstellungsfläche positiv. Inzwischen hat das Bünder Architektenbüro Flörke und Krys die Pläne verfeinert. Voraussichtlich im Januar wird sich nach Worten der Bürgermeisterin der Ausschuss für Wirtschaftsförderung erneut mit der Sanierung beschäftigen. Sollte es bei der Beschlusslage bleiben, wovon sie ausgeht, könnte dann zügig die Ausschreibung erfolgen und die Baumaßnahme 2009 zumindest starten.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Donnerstag 18. Dezember 2008)


Es tropfte sogar aus der Steckdose

Bericht der BZ vom 20.6.2007 von Kai Hasenbein (Bünder Zeitung)

Sogar aus den Steckdosen rann das Regenwasser unaufhörlich: Das Bünder Dobergmuseum erlebte in der vergangenen Woche den größten Wassereinbruch seiner Geschichte. »Wenn das nochmal so passiert, können wir die ersten Vitrinen rausschmeißen«, sehnt Museumsleiter Michael Strauß die längst überfälligen Sanierungsmaßnahmen herbei.

Die oft und viel diskutierten Baumängel des Museums bereiten den Verantwortlichen diesmal Kopfschmerzen ungeahnten Ausmaßes: Der Starkregen der vergangenen Woche suchte sich den Weg sogar über die Lampen in die Räume der Dauerausstellung, sorgte für Kurzschlüsse und legte Stromkreise lahm. Museumsleiter Strauß vermutet, dass diesmal Mängel in der allmählich durchfeuchteten Dämmschicht offenkundig wurden. Zwar habe es immer schon Wassereinbrüche in die Kellerräume gegeben, doch war die Menge stets überschaubar.

Nun ist Strauß in großer Sorge um Bausubstanz und Interieur: »Allein unsere Einrichtung ist eine Million Euro wert«, sieht er raschen Handlungsbedarf. Glücklicherweise seien sämtliche Exponate unversehrt geblieben. »Die Realität hat die aktuelle Diskussion um die Sanierung des Dobergmuseums wieder einmal eingeholt«, so Strauß weiter.

Der Schaden an der Einrichtung betrage nach vorläufiger Schätzung zwar nur 500 bis 1500 Euro: »Die Schäden am Gebäude sind aber noch nicht abzuschätzen.« Größeres Malheur wurde auch deswegen abgewendet, weil die Mitarbeiter des Dobergmuseums sehr schnell reagierten, am Wochenende Sonderschichten einlegten, Wannen und Eimer postierten, Gegenstände abtrockneten und unaufhörlich Wasser aus den Behältern abschöpften.

Derzeit untersucht eine Fachfirma die beschädigten Stromkreise in der Dauerausstellung, die bis auf Weiteres für Besucher geschlossen ist. Allerdings werden die Arbeiten durch Feuchtigkeit behindert. Erst, wenn die Kabelkanäle trocken sind, mache es wieder Sinn, daran zu arbeiten, ergänzte Strauß.

Der Museumsleiter hofft in der Zukunft von Unwettern und anschließenden Wassereinbrüchen dieser Art verschont zu werden: »So massiv hat das hier sicher niemand erwartet. Nun wollen wir hoffen, dass die Bausubstanz des Dobergmuseums nicht weiter gefährdet wird.« Zum Schutz vor ähnlichen Wassereinbrüchen wurden vor einigen Jahren bereits die Dachrinnen erneuert und umgestaltet, was die Situation zwar kurzfristig, aber eben nicht nachhaltig verbessert hat.

Das Dobergmuseum wurde im Sommer 1999 eröffnet und geriet von Anfang an durch eine Vielzahl an Baumängeln in die Schlagzeilen. Ein Rechtsstreit vor Gericht endete seinerzeit mit einem Vergleich. Zwar werden die Sanierungsmaßnahmen als dringlich angesehen, allerdings befinden sich die Beteiligten im Stadium der Beratungen.

(Bünder Zeitung, Mittwoch, 20. Juni 2007)


Wassereinbruch: Saurier melden "Land unter"

Dauerausstellung des Dobergmuseums bleibt wegen Wassereinbruch geschlossen

Bericht der NW vom 20.6.2007 von Tobias Heyer (Neue Westfälische)

Auf dem Bildschirm im Untergeschoss des Dobergmuseums schwimmt ruhig ein Dinosaurier durch blaues Wasser. Wenige Meter daneben ist das Wasser braun und stinkt. "Wir mussten schon mehr als 50 Eimer aufstellen, um all das Regenwasser aufzufangen, das bei uns aus der Decke kommt“, erzählt Museumstechniker Ulrich Franzrahe.

"Bis  auf weiteres bleibt die Dauerausstellung geschlossen“, sagt Museumsleiter Michael Strauß. Denn durch das eindringende Wasser ist ein Begehen der Räum e zu gefährlich. "Wir haben hier Kurzschlüsse im Minutentakt, wenn es regnet, da lasse ich keinen rein“, hat sich Strauß vorgenommen.

Wie das Wasser den Weg bis in die tief unter der Erde gelegenen Räume findet, ist noch nicht abschließend geklärt. "Wahrscheinlich fällt der Niederschlag auf das Dach der Rotunde, geht von da aus durch die marode Dämmung die Fassade entlang und landet oben auf der Decke des Kellergeschosses“, erklärt sich Michael Franzrahe den Wassereinbruch. Der war am vergangenen Freitag so stark wie noch nie. "Als es draußen zu regnen begann, kamen bei uns schon die Wassertropfen aus Ritzen und Lampen“, musste der Museumstechniker feststellen.

Der Strom fiel aus, DVD-Spieler brannten durch und Sicherungen ließen sich zwar wieder eindrücken, versagten aber im nächsten Augenblick erneut den Dienst.

"Natürlich haben wir sofort die Elektriker gerufen, aber Abhilfe ist dadurch noch nicht in Sicht“ erklärt Michael Strauß. Denn das Wasser sitzt in allen Leitungen und Ritzen, "wir haben Feuchtigkeit in Verteilerdosen entdeckt, die sich nicht öffnen lassen und ganz tief in der Decke sitzen. Um da dran zu kommen, müssen wir die komplette Deckenverkleidung öffnen“, erklärt Ulrich Franzrahe.

Er hofft jetzt gemeinsam mit Michael Strauß, dass das sonnige Wetter die Feuchtigkeit von alleine vertreiben wird. "Wenn es aber wieder anfängt zu regnen, haben wir auch hier unten wieder nasse Füße“, sagt Strauß und blickt sich im Dobergmuseum um, das mit Eimer und Folien übersäht ist.

Auf lange Sicht wird wohl nur die geplante, aber noch noch terminierte Sanierung des Dobergmuseums helfen. Doch hier streiten sich – wie berichtet – noch Stadt und Kreis, wer die rund eine Million Euro Kosten übernehmen soll. Es gibt zwar eine schriftliche Zusage der Stadt, sich mit 50 Prozent an diesen Sanierungskosten zu beteiligen, doch ist nicht gesichert, ob daran auch festgehalten wird. So bleibt der Wiedereröffnungstermin der Dauerausstellung ebenso ungewiss wie der Zeitpunkt, an dem mit den dringend notwendigen Reperaturarbeiten begonnen werden kann.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 20. Juni 2007)