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Viele wollen im Dunkeln tappen

Förderverein des Dobergmuseums wehrt sich gegen Vorwürfe der Bürgermeisterin
Höhlenausstellung sehr erfolgreich

Bericht der NW am 26.5.2007 von Tobias Heyer

Blau ist der Schein der Taschenlampe, der durch die Höhlenausstellung wandert. „Spannend“, entfährt es Lisa Theres, die auf Entdeckungsreise im Dobergmuseum geht.

Während sich die Kinder des Kirchlengeraner Hortes "Zappel“ durch die Höhle tasten, wird draußen organisiert. Kindergartengruppen und Schulklassen drängen in die Ausstellung und lassen die Besucherzahlen in die Höhe schnellen. "Deshalb wissen wir auch nicht, wieso die Bürgermeisterin davon spricht, dass die Bünder keinen Bezug zu ihrem Museum haben“, sagt Ortrud Gieselmann, Vorsitzende des Fördervereins des Dobergmuseums. Nur 101 Besucher kamen im Februar in das Museum, doch als die Höhlenausstellung im April eröffnet wurde, waren es schon 1.017. "Das zeigt, dass wir das richtige Konzept gefunden haben. Dass wir mit den Mitmach-Ausstellungen den Nerv der Besucher treffen“, ist sich Ortrud Gieselmann sicher.

Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass es nicht nur die Aufgabe eines Museum sei, Besucher anzulocken. "Das ist sicherlich sehr wichtig. Aber weitere Aufgaben sind auch Sammeln, Bewahren und Forschen“, so die Vorsitzende in Richtung Bürgermeisterin. So dient die Dauerausstellung nicht allein dem Ziel, die Besucherzahlen anzuheben. Die Fördervereins-Vorsitzende: "Dafür sind die Wechselausstellungen da.“ Deren Erfolg ist unbestritten. Gruppen nicht nur aus dem Bünder Land, sondern aus Bielefeld, Melle und Lübbecke strömen in die Höhlenausstellung. Bei der früheren Dinosaurierausstellung kamen gar so viele Besucher, "dass wir an unsere Kapazitätsgrenzen gelangt sind“, so Gieselmann.

Denn viele Gäste bedeuten nicht nur Mehreinnahmen. So fallen dabei für die Museumsmitarbeiter und Pädagogen Überstunden an, die weder abgefeiert noch bezahlt werden.

Dennoch wird die Höhlenausstellung verlängert. Bis zum 19. August wird sich die schwere Tür öffnen, ehe es mit Taschenlampen bewaffnet ins Dunkel geht. Zu diesem Zeitpunkt wartet auf die Gäste auch im Garten des Museums ein Höhepunkt. "Pieter Breughels alte Spiele“ nennt sich das mobile Projekt des Kinder- und Jugendmuseums München. Mittelpunkt ist das Gemälde "Die Kinderspiele“. Die hierauf gezeigten Spielideen werden im Museumsgarten umgesetzt. Dort soll gezeigt werden, wie mit wenig Material erfüllend gespielt werden kann. "Auch das wird viele Besucher anziehen“, sagt Ortrud Gieselmann. Und würde sich nicht nur für diese Ausstellung wünschen, dass ein ordentliches Marketing der Stadt Werbung für das Bünder Museum macht.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Dienstag 26. Mai 2007)

Dinos locken die meisten Gäste

Anmerkungen von Tobias Heyer

3.519 Gäste besuchten bis zum 22. Juni das Dobergmuseum. Im Januar kamen 334, in April und Mai, begünstigt durch die Höhlenausstellung, 1.017 bzw. 1.147. Die Wetterausstellung im Vorjahr brachte genau 1.600 Gäste.

Bisher hat die Höhlenausstellung 2.918 Neugierige angezogen. Aus 17 Kommunen und Städten reisten insgesamt 50 Schul- und Kindergartengruppen an. Spitzenreiter in der Statistik ist immer noch die Dino-Ausstellung. Sie sahen nicht weniger als 14.000 Besucher.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Dienstag 26. Mai 2007)