Schlichtheit besticht
Modell des neuen Dobergmuseums vorgestellt: Bauarbeiten beginnen im Februar
Bericht der NW Bünde am 2.12.2009 von Andrea Rolfes (Text) und Patrick Menzel (Fotos)
Klare Linien, viel Licht und Offenheit. Die schlichte Gestaltung des künftigen Dobergmuseums erinnert an den Stil des Bauhauses, der Kunst und Architektur funktionalisierte. Die hitzigen Diskussionen sind längst Vergangenheit, nun hat das Architektenbüro Flörke und Krys die Umbau- und Sanierungspläne vorgestellt. Erleichtert zeigte sich vor allem Museumsleiter Michael Strauß, dass die Bauarbeiten endlich starten – voraussichtlich im Februar.
Das Modell können sich alle Interessierten im Rathaus-Foyer ansehen. Es gibt einen Ausblick darauf, wie das Dobergmuseum künftig aussehen wird (rechts auf dem Foto der Striediecksche Hof).
Weg mit allen Schnörkeln! In Zukunft werden große Fenster und Räume im Dobergmuseum dominieren. Der Abriss der Rotunde ist besiegelt. Und um sie trauerte gestern bei der Präsentation des Modells im Rathaus keiner der Anwesenden mehr. Denn an die Stelle des Rundbaus tritt künftig ein weitläufiger, multifunktionaler Ausstellungsraum, der um ein Dreifaches größer sein wird als der bisherige. 330 Quadratmeter wird er messen und verschiedenste Wechselausstellungen ermöglichen. „Ich bin froh, dass ich das runde Ding los bin“, sagte Strauß. „Es war immer schwierig, den Raum zu gestalten.“ Einen veränderten Anblick wird zudem der Eingangsbereich bieten. Dieser wird künftig in einem gläsernen Verbindungsraum zwischen Dobergmuseum und Striedieckschen Hof zu finden sein. Auffällig im Erscheinungsbild des neuen Museums wird die Seitenverkleidung des Flachdaches sein, die in Erd- und Naturtönen gehalten wird und so Assoziationen zur naturkundlichen Ausrichtung des Museums wecken soll. Ebenfalls geplant ist ein optischer Blickfang an der Außenwand des Dobergmuseums, der im thematischen Zusammenhang mit den Wechselausstellungen steht, etwa großflächige Plakate.
Für die Sanierung des Dobergmuseums hat die Stadt in diesem Jahr 750.000 Euro im Haushaltsplan bereitgestellt. Insgesamt investiert sie für die Museumsinsel knapp eineinhalb Millionen Euro. Der Kreis, der seine Verantwortung abgegeben hat, verpflichtete sich, der Stadt Bünde bis zum Jahr 2025 insgesamt 4,9 Millionen Euro zu zahlen. Davon kann etwa die Hälfte der Betriebskosten finanziert werden. Strauß, dem die museumspädagogische Ausrichtung seines Hauses sehr wichtig ist, machte in seinen Ausführungen deutlich, dass künftig weitere Kosten – etwa für die Gestaltung und Realisierung von Wechselausstellungen oder anderen Aktionen – anfallen werden. Der Kreis Herford habe in der Vergangenheit ein Jahresbudget von 70.000 Euro bereit gestellt. Auf dem Foto präsentieren das Modell: Bürgermeister Wolfgang Koch, Roger Hillen (Fördervereinsvorsitzender), Peter Speckmann (Kommunalbetriebe), Andreas Krys und Katja Flörke (Architekturbüro) und Michael Strauß (Museumsleiter).
Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 2. Dezember 2009
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"Das Museum ist für Bünde ein Rohdiamant ..."
Bündes designierter Bürgermeister Wolfgang Koch am 26. September 2009 in der NW Bünde
Bei der Kommunalwahl am 30. August machten 34,7 Prozent der wählenden Bünder ihr Kreuz bei Wolfgang Koch. Er wird am 21. Oktober sein Amt als Bürgermeister im Bünder Rathaus antreten. Über seine Vorstellungen für die kommenden sechs Jahre sprach der designierte Bürgermeister mit NW-Redakteur Thorsten Gödecker.
Als es im Interview um konkrete Sparpotentiale im Haushalt der Stadt Bünde ging, waren natürlich auch die freiwilligen Leistungen und mögliche Kürzungen ein Thema. Thorsten Gödecker fragte: "Freuen Sie sich darüber, dass Ihre Vorgängerin Ihnen die Verantwortung für das Doberg-Museum hinterlässt?"
Die Antwort des neuen Bürgermeisters: "Im Grundsatz schon. Das Museum ist für Bünde ein Rohdiamant, der eine besondere Bedeutung hat, mit dem man mehr machen muss. Ich denke an bescheidenen Tourismus, an Menschen, die Bünde besuchen und Geld in der Stadt lassen. Was Kalkriese mit den paar Speerspitzen aus der Varusschlacht gemacht hat, da können wir mit unserer Seekuh aber locker mithalten. Ich bin aber nicht glücklich über die suboptimale Sanierung. Das wird man leider nicht mehr ändern können. Ich hätte mir ein Museum gewünscht, dass architektonisch ein bisschen anspruchsvoller ist."
Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 26. September 2009 (Foto: Karl-Hendrik Tittel)
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Vorschau auf gläserne Einblicke
Bauarbeiten am Dobergmuseum beginnen am 14. April / Ausstellung für ein Jahr geschlossen
Bericht der NW Bünde am 4.4.2009 von Andrea Rolfes (Text und Foto)
Passend zum Frühling haben Architekten dem Dobergmuseum ein neues Kleid geschneidert. Nun muss es ihm nur noch übergezogen werden. Erleichtert zeigten sich sowohl Museumsleiter Michael Strauß als auch Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse, dass nach langwierigen Planungen und hitzigen Diskussionen die Bauarbeiten endlich starten. (Auf dem Foto von links: Fördervereinsvorsitzender Roger Hillen, Architekt Andreas Krys, Olaf Schürmeier von der Stadt Bünde, Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse, Architektin Katja Flörke, Hartmut Bokel von der Stadt Bünde sowie Ulrich Franzrahe und Michael Strauß vom Museum Bünde.)
Das Baustellenschild vor dem Museum gibt bereits einen Vorgeschmack auf das neue Antlitz des Gebäudes, das derzeit einen tristen Anblick bietet. Lichtdurchflutet wird es sein, wenn die undichte Rotunde abgerissen und durch eine nach vorne gezogene Glaswand ersetzt wird. Besonders Strauß zeigte sich gestern bei der Vorstellung des Bauplanes glücklich, dass die Zeiten bald vorbei sein werden, in denen er im Museum Eimer aufstellen muss, die den Regen auffangen. Vergangenheit sind dann auch die Diskussionen um den Abriss der Rotunde. Um diese trauerte schon gestern keiner der Anwesenden mehr. Denn an Stelle des Rundbaus tritt künftig ein weitläufiger, multifunktionaler Ausstellungsraum, der um ein Dreifaches größer sein wird als der bisherige. Möglich macht dies auch die Neugestaltung des Eingangsbereichs. Dieser wird künftig in einem gläsernen Verbindungsraum zwischen dem Dobergmuseum und Striedikschen Hof zu finden sein. Ebenfalls geplant ist ein optischer Blickfang an der Außenwand des Dobergmuseums, der im thematischen Zusammenhang mit der Ausstellung steht. Auf der oben gezeigten Darstellung des neuen Museums ist ein in die Wand gemeißelter Ammonit zu sehen. Strauß wäre allerdings die Seekuh oder ein Fossil aus dem Doberg lieber. „Das würde perfekt passen“, findet er.
Die Vorbereitungen der Bauarbeiten starten am 14. April, Dienstag nach Ostern, mit dem Freiräumen des Kellers. Ab dann wird das Dobergmuseum für ein Jahr geschlossen bleiben. Vitrinen und Ausstellungsgegenstände werden zunächst in Sicherheit gebracht, zwei Stahlstreben als Sicherung im Kellergeschoss eingebaut, die Elektronik, Lüftung und Heizung demontiert. Danach beginnt die bauliche Umgestaltung. (Die nebenstehende Zeichnung stammt vom Architekturbüro Flörke und Krys.)
Für die Sanierung des Dobergmuseums stellt die Stadt in diesem Jahr 750.000 Euro im Haushaltsplan bereit. Insgesamt investiert sie für die Museumsinsel knapp eineinhalb Millionen Euro. Der Kreis, der seine Verantwortung abgegeben hat, verpflichtete sich, der Stadt Bünde bis zum Jahr 2025 insgesamt 4,9 Millionen Euro zu zahlen. Davon kann etwa die Hälfte der Betriebskosten finanziert werden.
Noch nicht definitiv geplant, aber angedacht ist ein Café im Hurlbrinkschen Hof. „Das kleine Fachwerkhäuschen wäre dafür ideal“, so die Bürgermeisterin. Denkbar wäre auch eine Außengastronomie im Garten. Doch in welcher Form dies umgesetzt werden und vor allem wer das Café führen könnte, sei noch ungeklärt.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 4. April 2009)
Hereinspaziert ins neue Museum
Die Stadt macht Dampf: Sanierung beginnt im April, Ausstellung ist in Arbeit
Bericht der NW Bünde am 22.01.2009 von Andrea Rolfes (Fotos: Patrick Menzel)
Lange war die Museumsinsel in den Köpfen der Bünder abgespeichert als politischer Dauerbrenner, mutiert zu einem undurchsichtigen Machtgerangel zwischen Stadt und Kreis. Das alles soll nun ein Ende haben. Gestern gaben sich Museumsleiter Michael Strauß und Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse als harmonisches Team, das nun an einen Strang zieht, um die Dauerausstellung und die Sanierung voranzutreiben. Fertig sein soll alles im Laufe des nächsten Jahres.
Bündes Bürgermeisterin hat einen Schnitt gemacht. Die Auseinandersetzungen mit dem Kreis und die Querelen im Stadtrat sind für sie Vergangenheit. Jetzt soll es voran gehen. Im April beginnt die Sanierung des Dobergmuseums, vier neue Mitarbeiter für die Museumsaufsicht wurden bereits eingestellt, die Öffnungszeiten verändert und der Aufbau der Dauerausstellung läuft – Strauß will sie sukzessive bis 2010 fertig stellen. Auf dem Foto sehen wir die neue Mannschaft: Ulrich Franzrahe, Maren Wolf-Bohnenkämper, Anett Kleine-Döpke-Güse, Katharina Beckmann, Doris Greiner-Rietz, Michael Strauß, Harald Darnauer und Hartmut Bokel (v.l.) sorgen künftig dafür, dass das Museum läuft.
Das Konzept steht. Der Museumsleiter sieht vier große Themenbereiche vor: Die allgemeine Kulturgeschichte wird sich mit den Fragen beschäftigen, was Tabak ist und welche Ursprünge er hat. Die regionale Geschichte soll die Verarbeitung des Tabaks am Beispiel Bündes aufzeigen, über den damaligen Alltag der Arbeiter erzählen und typische Maschinen zeigen. Der dritte Bereich wird sich mit dem Thema Gesundheit beschäftigen und der vierte den deutschlandweiten Anbau des Tabaks beleuchten.
150.000 Euro in diesem und 350.000 Euro im nächsten Jahr will die Stadt in die Hand nehmen, um die Dauerausstellung zu verwirklichen. Kein Pappenstiel, das weiß auch die Bürgermeisterin: „Das wir das Museum nicht zum Nulltarif bekommen, ist doch klar“, sagt sie und betont die Vorteile, die die Stadt nun als einziger Träger habe. Das sind für sie die neue Entscheidungsfreiheit über Konzept, Personal und Finanzierung des Museums sowie das Alleinstellungsmerkmal, welche die Ausstellung über die Tabakgeschichte für Bünde darstelle.
Erleichtert zeigten sich sowohl Strauß als auch Kleine-Döpke-Güse, dass nach langwierigen Planungen und wiederholten Diskussionen im April die Bauarbeiten am Dobergmuseum beginnen. „Wir haben nun endlich alle nötigen Unterschriften für die Renovierung zusammen“, so die Bürgermeisterin, wobei die Betonung auf „endlich“ lag. Und auch Strauß ist glücklich, dass die Zeiten bald vorbei sein werden, in denen er im Museum Eimer aufstellen muss, die den Regen auffangen. Vergangenheit sollen auch die „Eitelkeitsdiskussionen“ um den Abriss der Rotunde sein, findet die Bürgermeisterin. Wichtig sei, dass ein zeitgemäßes Museum entstehe, mit einem sinnvollen Marketingkonzept. Für die Sanierung des Dobergmuseums stellt die Stadt in diesem Jahr 750.000 Euro im Haushaltsplan bereit. Der Kreis, der seine Verantwortung abgegeben hat, verpflichtete sich im Gegenzug, der Stadt Bünde bis zum Jahr 2025 insgesamt 4,9 Millionen Euro zu zahlen.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Donnerstag 22. Januar 2009)
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Es folgen weitere Beiträge und Berichte:
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13.05.2009: "Selbst ist der (Museums-)Mann" ... intensive Vorbereitungen für Neugestaltung ...
13.11.2008: Beck möchte die Rotunde erhalten ... zur Stellungnahme ...
08.11.2008: Zacharias: »Rotunde verursacht Mehrkosten« ... zur Stellungnahme ...
05.11.2008: Aus rund wird eckig ... zum Fotobericht der Neuen Westfälischen ...
05.11.2008: »Hässliche Bude« wird Museum ... zum Bericht der Bünder Zeitung ...
24.05.2008: Rat beschließt: Museumsträgerschaft für die Stadt Bünde ... zu den Berichten ...
30.04.2008: "Gute Perspektiven für das Museum" ... sieht die Mitgliederversammlung des Fördervereins.
14.02.2008: Ratsmehrheit für Alleinträgerschaft (Berichte der Bünder Zeitung / NW Bünde)
31.01.2008: "Ratlosigkeit über die Zukunft der Seekuh" (Bericht der NW, OWL)
30.01.2008: "Museumsinsel wartet auf Entscheidung" (Bericht der Bünder Zeitung)
30.01.2008: "Jetzt soll es der Rat richten" (Bericht der NW Bünde)
19.01.2008: "Museumskompromiss in greifbare Nähe gerückt" (Bericht der Bünder Zeitung)
19.01.2008: "Ende des Tauziehens in Sicht" (Bericht der NW Bünde)
15.12.2007: "Trägerschaft soll an die Stadt gehen" (Bericht der NW Bünde)
14.12.2007: "Museumsinsel: Übergabe an Stadt scheint möglich" (Bericht Herforder Kreisblatt)
26.10.2007: "Abriss-Debatte verzögert Sanierung" (Bericht der NW Bünde)
26.10.2007: "Stadt will Herr im Ring sein" (Bericht der Bünder Zeitung)
24.10.2007: "SPD votiert für gemeinsame Museumsträgerschaft" (Bericht der NW Bünde)
24.10.2007: "Südlengern meets Seekuh" (Bericht der NW Bünde)
15.10.2007: "Erstaunte Gesichter im Dobergmuseum" (Bericht der NW Bünde)
26.09.2007: Stellungnahme und Appell des Fördervereins
26.09.2007: "Workshop zur Zukunft des Museums" (Bericht der NW Bünde)
01.09.2007: "Die Seekuh soll auf Tour gehen" (Bericht der NW Bünde)
31.08.2007: "Droht jetzt die Abrissbirne?" (Bericht der Bünder Zeitung)
31.08.2007: "Das Ding muss weg!" (Bericht der NW Bünde)
21.06.2007: "Der Kreis Herford ist jetzt am Zug" (Bericht der Bünder Zeitung)
Weitere Links:
... zum mitreißenden Plädoyer von Prof. Dr. Lutz Müller für Bündes berühmte alte Dame ...
... Leserbriefe zu diesem Thema ...
... zum Bericht: "Südlengern macht sich stark für seinen Doberg ...
... zu älteren ausführlichen Berichten im FORUM ...
Selbst ist der (Museums-)Mann
Im Inneren des Doberg-Museums laufen intensive Vorbereitungen für Neugestaltung
Bericht der NW Bünde am 13.5.2009 von Paul Pröter
„ Wenn Sie wollen, lade ich Sie gern zum Fototermin ein. Ich nehme dann einen großen Hammer und schlage höchstselbst die Wände ein.“ Michael Strauß, Leiter des wegen der anstehenden Grundsanierung geschlossenen Doberg-Museums, ist voller Tatendrang, wenn er an die anstehende Umgestaltung der mit vielen Mängeln behafteten Einrichtung ist. Und im Sommer werden die Arbeiten dann auch von außen zu verfolgen sein.
Bis dahin haben Strauß und sein Team allerdings noch eine Menge innen zu erledigen. Zahlreiche Versorgungsleitungen müssen demontiert werden, bevor die Rotunde entfernt, durch ein neues Dach ersetzt und auch manche Wand verschwinden wird.
„Genau genommen bleibt nur das WC erhalten“, umschrieb Strauß gestern im Gespräch mit der NW den enormen Umfang der anstehenden Arbeiten. Und dass Umgestaltung sowie Sanierung des Baues so gravierend sind, lässt Strauß hoffen. Darauf nämlich, dass der Landschaftsverband Westfalen/Lippe in Münster sich großzügig zeigt, die Arbeiten am Doberg-Museum als Quasi-Neubau bewertet und den dafür vorgesehenen 30-Prozent-Anteil an den Kosten übernimmt.
Möglich sind die gravierenden Veränderungen an dem Bau, seit – wie berichtet – der Erbauer des Museums, ein Bremer Architektur-Professor, im Rahmen eines Vergleichs nach langem Rechtsstreit auf seine Urheberrechte verzichtet hat. So können Strauß, Assistent Ulrich Franzrahe und die Helfer, bei schweren Arbeiten verstärkt durch Mitarbeiter des Bünder Baubetriebshofes, jetzt ohne Rücksicht auf architektonische Belange schalten und walten.
Im Sinne jenes einstigen Mitarbeiters des Bünder Bauamts, der den Bau des Doberg-Museums akribisch verfolgt, später aufgetretene Mängel schon früh vorhergesagt und das alles so dokumentiert hat, dass jetzt endlich widerspruchslos umgestaltet werden kann.
Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 13. Mai 2009
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Beck möchte die Rotunde erhalten
SPD-Chef pocht auf Mitwirkung des Gestaltungsbeirates an Museumsplanung
Bericht der Bünder Zeitung vom 13.11.2008
Die künftige Neugestaltung des Museums bleibt ein Thema. Horst Beck, Fraktionsvorsitzender der SPD, reagiert auf die Stellungnahme von Edgar Zacharias (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses.
Beck schreibt: »Zunächst ist es erfreulich, dass wir jetzt darüber diskutieren, in welcher Weise das Doberg-Museum saniert und umgebaut werden soll. Bekanntlich ging es vor einem Jahr noch darum, das Museum abzureißen und die Seekuh in den Schaufenstern der Stadt auszustellen.
Es ist festzustellen, dass es sich bei dem Doberg-Museum nicht um einen x-beliebigen Bau in Bünde, sondern um ein preisgekröntes Museumsgebäude handelt, das von einer hochkarätigen Fachjury ausgewählt wurde. Als Kontrast zu den anderen auf der Museumsinsel vorzufindenden Fachwerkgebäuden ist es aufgrund seiner Lage und besonderen Gestalt von stadtbildprägender Bedeutung. Gerade die Rotunde war seinerzeit für die Entscheidung ausschlaggebend, da sie nach dem Museumskonzept für die exponierte Darstellung von Objekten besonders gut geeignet erschien.«
Weiter heißt es bei Beck: »Auch die technischen Argumente, die für den Abriss vorgebracht werden, lassen sich entkräften. Nach Auskunft kompetenter Fachleute ist es inzwischen gängiger Stand der Technik, eine energetische Optimierung des Gebäudes durch entsprechende Abdichtungen und Dämmungen zu erzielen. Ein Versetzen der Fassaden, die Unterbindung der Kältebrücken der Stahlträger, die Wärmedämmung des Daches und sogar die Verlegung des Eingangsbereichs sind auch bei Erhalt der Rotunde möglich.
Deshalb sollte der Erhalt der Rotunde unbedingt angestrebt werden. Wird ein unter fachkundlicher Beratung verändertes Museumskonzept entwickelt und kommen die dafür zuständigen Gremien daraufhin inhaltlich begründet zu der Entscheidung, dass auf die Rotunde verzichtet werden kann, wird diese Entscheidung zu akzeptieren sein. Voraussetzung hierfür ist aber eben die Vorlage eines schlüssigen Konzepts und nicht nur eines rudimentär skizzierten Umbauplans.
Daher fordert nicht nur die SPD, dass der Gestaltungsbeirat frühzeitig einbezogen wird. Dessen Zielsetzung ist laut Geschäftsordnung Ýzur Verbesserung des Stadtbildes beizutragen, die architektonische und städtebauliche Qualität zu sichern und zu fördern und Fehlentwicklungen zu verhindern.Ü Außerdem ist geregelt, dass bei allen Vorhaben, die aufgrund ihrer Größenordnung und Bedeutung für das gesamte Stadtgebiet prägend sind, die Beteiligung des Gestaltungsbeirates obligatorisch ist.
Der Gestaltungsbeirat ist also unbedingt möglichst frühzeitig zu beteiligen - und dies ist bei Bauvorhaben der Stadt anders als bei privaten Bauten schon in der Planungshase möglich. Inwieweit die Politik den Argumenten des Beirates folgt, ist eine andere Frage; auf sie im Vorfeld zu verzichten wäre jedoch töricht.«
(Westfalen-Blatt Bünder Zeitung, Donnerstag 13. November 2008)
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Zacharias: »Rotunde verursacht Mehrkosten«
Bericht der Bünder Zeitung vom 8.11.08
Zum Streit um den Umbau des Dobergmuseums nimmt Edgar Zacharias (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses, Stellung.
»Offensichtlich ist es der SPD entgangen, warum sich die Mehrheit der Ratsvertreter für den Abriss der Rotunde entschlossen haben.
Die Rotunde hat folgende Schwachstellen: Aufgrund der Rundungen bedürfen die Eckpunkte und Anschlussstellen am bestehenden Flachdach eines außerordentlich hohen Wartungsaufwandes. Auch im Falle einer vollständigen Dachsanierung besteht weiter und ständig die Gefahr von Wassereintritt mit entsprechenden Folgeschäden. Dieser Wassereintritt konnte nie vollständig verhindert werden. Weil gegen das Wasser keine Sanierungsmaßnahme griff, hat man eine im Gebäude liegende, also innen verlaufende Regenrinne angebracht, um das eindringende Wasser aufzufangen und abzuleiten.«
Zacharias: »Trotz dieser Maßnahme drang weiter Wasser in das Museum ein. Die vielen Auffangeimer geben ein Zeugnis von der Dichtigkeit der Dachkonstruktion.
Darüber hinaus wäre bei Erhalt der Rotunde (der zu weiteren Mehrkosten in Höhe von mindestens 50 000 führen würde) der neue, ohnehin erforderliche Flachdachaufbau in energetischer Hinsicht erheblich eingeschränkt, was zu dauerhaften Heizungsmehrkosten führen würde. Durch das Versetzen der Fassade auf die Ebene der Kellerwände verschwinden zudem die Kältebrücken sowie die unansehnlichen verrosteten Stahlträger.
Dauerhaften Heizungsmehrkosten und Dachnachbesserungen stand bei der Entscheidungsfindung der CDU-Fraktion als Alternative die Variante des Abtragens der Rotunde gegenüber.
Die Rotunde wird nur im Erdgeschoss abgetragen, nicht im Kellergeschoss. Hierdurch ergeben sich neben den bereits genannten Vorteilen wie Dichtigkeit und Energieverbesserung weitere gravierende Verbesserungen hinsichtlich des Raumgewinnes.
Die Flexibilität des Grundrisses wird verbessert, was gerade für Ausstellungszwecke unabdingbar ist. Dies wird vom Leiter des Museums begrüßt. Wichtig ist auch: Dieser zusätzliche Raumgewinn verursacht keine Mehrkosten. Und noch ein weiterer Vorteil ergibt sich aus dem Abriss der Rotunde: Es kann nun ein zentraler Eingangsbereich geschaffen werden, der die Gleichwertigkeit beider Museen vermittelt, also dem Besucher die Entscheidung überlässt, welchem der beiden wunderbaren, jedoch thematisch unterschiedlichen Museen er seine Priorität gibt. Dies führt zu erheblichen Einspareffekten. Auch unter diesem Gesichtspunkt macht die bestehende Rotunde keinen Sinn, da diese zurzeit nur als Durchgangsbereich für das Tabakmuseum dient.
Die von dem Architekturbüro Flörke und Kryss vorgestellte Variante ist nicht nur die preiswerteste, sondern dauerhaft auch die kostengünstigste Lösung. Die Forderungen der SPD, den Gestaltungsbeirat einzuschalten, (offenbar um die Rotunde zu erhalten) kann ich nicht nachvollziehen, da die mit der Umbaumaßnahme befassten Architekten selbst Mitglieder im Gestaltungsbeirat sind und über Kompetenz und Sensibilität verfügen.) Darüber hinaus waren im Ausschuss lediglich Skizzen Diskussionsgrundlage, also noch kein fertiger Entwurf.
Soll der Gestaltungsbeirat also bereits über Skizzen ein Meinungsbild abgeben? Dann entwickelt sich dieses Gremium zu einer Art Baupolizei für Architekten und Planer, die am freien Markt tätig sind. Dies ist nicht die Aufgabe des Gremiums.« Zacharias fragt sich, warum der ursprüngliche Architekt Quiram sein Urheberrecht freiwillig zurückgebe. Vielleicht stehe er selbst nicht mehr hinter seinen Planungen.
(Westfalen-Blatt Bünder Zeitung, Samstag 8. November 2008)
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Aus rund wird eckig
Ausschuss für Wirtschaftsförderung für Abriss der Rotunde des Doberg-Museums
Bericht der NW Bünde am 5.11.2008 von Thorsten Gödecker (Text und Foto)
Seinen Ohren traute SPD-Fraktionschef Horst Beck gestern nicht, als Edgar Zacharias (CDU) das Abstimmungsergebnis verkündete. Nur Beck hatte im Wirtschaftsförderungsausschuss gegen den Abriss der Rotunde des Doberg-Museum gestimmt. Seine vier Genossen enthielten sich der Stimme. Damit beschloss der Ausschuss mit den sechs Stimmen der CDU, dass der das Gebäude prägende Rundbau abgerissen wird.
Entscheidungsgrundlage der 14 Ausschussmitglieder waren vier Grundrissskizzen. Modelle und Ansichten des nun entstehenden Gebäudes standen ihnen nicht zur Verfügung. Neben der SPD enthielten sich die Vertreter von UWG, den Grünen und der FDP.
Während in der Unionsfraktion die Meinung vorherrscht, dass die Rotunde ein Grund dafür ist, dass das Museum keinem Regenschauer standhält, verwies Beck auf den „preisgekrönten Bau“ und fragte , warum der Gestaltungsbeirat nicht einbezogen worden sei, bevor man eine solche Entscheidung treffe, die aus dem Bau eine Scheune mache.
„Schön sei es nie gewesen“, konterte Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse, die betonte, dass das Doberg-Museum für die Bünder nicht die Bedeutung wie der Striediecksche Hof habe. Christoph Lübeck (CDU) assistierte: „Vom Bauen hatte der Architekt keine Ahnung. Eigentlich müsste man das Doberg-Museum abreißen“. Nun gehe es darum, endlich den Knoten durchzuschlagen, wehrte sich Lübeck gegen die Einbeziehung des Gestaltungsbeirates. Für Horst Beck ist das eine „kalte Entmachtung“des Beratungsgremiums.
Auch die Bürgermeisterin riet zur Eile. „Wir haben Jahre geredet und müssen jetzt was tun, um das Gebäude zu sanieren.“ Der Gestaltungbeirat sei auch deshalb nicht mit der Sanierung befasst worden, so Kleine-Döpke-Güse, weil das Verfahren vom Kreis angestoßen worden sei. Für die Variante ohne Rotunde hätten sich auch der Förderverein und Museumsleiter Michael Strauß ausgesprochen, hieß es in der Sitzung. Die Planung des Bünder Architektenbüros „Flörke & Krys“ sieht außerdem vor, die Wände des Erdgeschosses nach außen auf die des Kellers, in dem die Dauerausstellung untergebracht ist, zu verschieben. Auch das sei ein wichtiger Punkt, um das Gebäude, das laut Anett Kleine-Döpke-Güse noch nie funktioniert habe, endlich in einen brauchbaren Zustand zu versetzen.
Gleichzeitig erhält das Museum einen neuen Haupteingang, der Dobergmuseum und Striedieckschen Hof verbinden wird. Die Sanierung mit Abriss der Rotunde wird die Stadt 974.000 Euro kosten.
KOMMENTAR VON THORSTEN GÖDECKER
Es mag stimmen, dass die Bünder ihr Doberg-Museum nicht lieben – trotzdem hätte ein wenig mehr Transparenz der Debatte um die Sanierung gut getan. Jene, die nun schnell die Kuh vom Eis holen wollen, haben sehr lange mit dem Kreis gefeilscht, während der prähistorischen Seekuh das Wasser bis zum skelettierten Hals stand. Die Einbeziehung des Gestaltungsbeirates hätte dieses Fass sicher nicht zum überlaufen gebracht.
Vielmehr verdeutlich der Ausschussbeschluss, dass in Bünde ein neues Instrument Einzug gehalten hat in die Kommunalpolitik – der Workshop. Hinter verschlossenen Türen gehen (längst nicht alle) Ratsmitglieder dort in Klausur und in sich, um unbedrängt vom Wahlvolk nach Lösungen zu suchen. In öffentlichen Ausschussdebatten verweisen die Mandatsträger dann wechselseitig auf ihre Workshoperlebnisse – Debatten, die nur für Eingeweihte nachvollziehbar sind. Wer aufgrund von Grundrissskizzen – und mehr bekam die Öffentlichkeit bis heute nicht zu sehen – ein stadtbildprägendes Gebäude und dessen Um- oder Neubau beurteilen kann, braucht in der Tat keinen Gestaltungsbeirat, er ist selbst ein Meister seines Faches.
Warum Politik und Verwaltung den Bündern nicht zeigen, wie ihr Doberg-Museum nach der Sanierung aussehen wird, könnte vielleicht ein Workshop klären.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 5. November 2008)
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»Hässliche Bude« wird Museum
Rotunde verschwindet
Bericht der Bünder Zeitung vom 5.11.08 von Marold Osterkamp
Gammelgarage, Aldi-Scheune, scheußliche Bude: keine schmeichelhaften Begriffe für ein einst mit großen Erwartungen gebautes Museum.
Gemeint ist das Dobergmuseum, über das die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses ein weiteres Mal sprechen mussten. Aus ihrer Abneigung gegen die »architektonische Hässlichkeit« eines Architekten, »der vom Bauen keine Ahnung hatte«, machten sie dabei kein Hehl.
Nicht mehr der Kreis, sondern die Stadt ist inzwischen verantwortlich für das Gebäude, und sie bemüht sich nun, zu retten, was zu retten ist. Das renommierte Architekturbüro Flörke und Krys machte für den maroden Bau nun Vorschläge (wir berichteten). Die Ausschussmitglieder entschieden sich für die Variante 3. Sie bietet mehr Nutzungsmöglichkeiten der Ausstellungsfläche und eine energetische Verbesserung, die hilft, 15 Prozent der Kosten zu sparen. Die Form des ursprünglichen Konzepts, einst preisgekrönt, verschwindet und damit auch die Rotunde, die dem Museum viel Ärger brachte, denn sie war von Anfang an undicht.
Peter Kassebaum (CDU), selbst Handwerksmeister, warnte davor, auch nur an eine Rotunde zu denken. »Dann haben wir das Wasserproblem nach kurzer Zeit wieder.«
974 000 Euro wird der umfangreiche Umbau kosten, ein Verbindungsweg zum Tabakmuseum ist vorgesehen.
Im Ausschuss wurde kontrovers diskutiert, ob der Gestaltungsbeirat nicht in die Entscheidung mit hätte einbezogen werden müssen. SPD, FDP und UWG waren der Ansicht, die CDU nicht. »Wir haben hier ein Gebäude, das verfällt und schon sehr viel Zeit verloren. Es muss jetzt endlich etwas geschehen«, appellierte Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse an den Ausschuss. Die Befürchtungen, eine Entscheidung werde womöglich wieder zurückgestellt, bewahrheiteten sich nicht. Da sich die SPD enthielt, kann der Auftrag bei einer Gegenstimme an das Architektenbüro vergeben werden, das aus dem Gebäude nun wieder ein Museum machen soll.
Die baulichen Mängel hätten zu lange im Mittelpunkt der Diskussionen gestanden, hieß es, jetzt müsse es um Inhalte für das Museum gehen.
(Westfalen-Blatt Bünder Zeitung, Mittwoch 5. November 2008)
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Stadt ist alleinige Herrin im Haus
CDU und FDP setzen im Rat Trägerschaft über die Museumsinsel durch
Bericht der Bünder Zeitung am 24.05.2008 von Rainer Grotjohann
Nun ist es endgültig: Die Stadt Bünde wird alleinige Trägerin der kompletten Museumsinsel. Mit der Stimmenmehrheit von CDU und FDP hat der Rat die entsprechende Vereinbarung mit dem Kreis Herford abgesegnet.
Wie mehrfach berichtet, wird der Kreis noch 4,9 Millionen Euro zu den Betriebskosten zuschießen, verteilt auf sieben Jahre von 2009 an. Anschließend muss die Stadt Bünde alle Kosten allein tragen.
»Ein höchst unglücksseliger Beschluss«, kommentierte Dr. Elmar Holstiege, Fraktionssprecher der Grünen, sei es, den Kreis aus der finanziellen Verantwortung zu entlassen. Und SPD-Sprecher Horst Beck sagte, dafür, dass die Stadt nun das alleinige Sagen habe, zahle sie einen sehr hohen Preis. Im Kreishaus reibe man sich darüber die Hände, dass Bünde die »Lösegeldzahlung« akzeptiere. Mit dem Kreis sei über denkbare Modelle der Kostenverteilung dilettantisch verhandelt worden. Er befürchte, dass das Doberg-Museum irgendwann »liquidiert werden muss«. Die wirtschaftlichen Risiken seien nicht überschaubar.
So sah es auch Armin Kuschel, Vorsitzender der UWG-Fraktion. Martin Lohrie, Sprecher der FDP, verteidigte die Haltung seiner Fraktion mit dem Hinweis darauf, das schließlich der Kreis Herford den Vertrag aufgekündigt habe. Um nach langem Hin und Her »die Kuh vom Eis zu holen«, gehe Bünde in die Offensive, um Schaden von den Museen abzuwenden.
Achim Mailänder, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten, räumte ein, dass es ein finanzielles Risiko gebe. »Aber es ist begrenzt«, hielt Mailänder fest. Mit der Übernahme der alleinigen Trägerschaft stelle sich Bünde einer »großen Herausforderung«. Insbesondere mit ihrem einzigartigen Tabakmuseum habe die Stadt aber auch »ein Pfund, mit dem sie wuchern könne«.
Mailänder sieht die Existenz der Museen nicht gefährdet. Vielmehr bestehe »eine wahnsinnig große Möglichkeit«, den gesamten Museumskomplex nun in eigener Verantwortung erfolgreich zu vermarkten.
(Westfalen-Blatt Bünder Zeitung, Dienstag 24. Mai 2008)
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Finanzielles Risiko bleibt
Museumsinsel: Opposition kritisiert Beschluss
Bericht der NW Bünde am 24.05.2008 von Andrea Rolfes (Foto: Patrick Menzel)
Nun gibt es kein Zurück. Mit CDU-/FDP-Mehrheit hat der Rat am Mittwochabend endgültig beschlossen, dass die Stadt Bünde zum 1. Januar 2009 die alleinige Trägerschaft für die Museumsinsel übernimmt. Der Kreis Herford zahlt einen jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 700.000 Euro für die Dauer von sieben Jahren – unter der Voraussetzung, dass die Stadt die Finanzierung der Sanierungsarbeiten des Striedieckschen Hofes in Form eines Darlehens übernimmt.
Außerdem wird vorausgesetzt, dass Bünde die Sanierung des Dobergmuseums in die Hände nimmt, wobei die Leistungen der Versicherung (220.000 Euro) sowie das einbehaltene Architektenhonorar (34.000 Euro) der Stadt überlassen werden. Grüne, SPD und UWG blieben bei ihrer Meinung, dass die alleinige Trägerschaft unter den vereinbarten Bedingungen für eine Stadt wie Bünde finanziell untragbar sei. Horst Beck, SPD-Fraktionsvorsitzender: „Der scheinbar hohe Beitrag des Kreises entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Mogelpackung.“ Im Kreishaus reibe man sich die Hände, weil man das Museum so billig weiterreichen konnte. Elmar Holstiege (Grüne) und Armin Kuschel (UWG) äußerten ebenfalls Bedenken.
Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Achim Mailänder räumte ein finanzielles Risiko ein, verteidigte aber die Entscheidung: „Wir sehen es als Herausforderung und Verantwortung des Rates. Schließlich haben wir gemerkt, dass die Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen Kreis und Stadt in Sachen Museum immer schwierig war."
Als nächstes gilt es, die zwingend notwendige Renovierung des Dobergmuseums voranzutreiben und die Museumsarbeit fortzusetzen.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Dienstag 24. Mai 2008)
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Gute Perspektiven für das Museum Bünde
Förderverein begrüßt Neubeginn und zügige Sanierung des Dobergmuseums
Es gab ihn schon oft, den berühmten „Hoffnungsschimmer am Horizont”. Doch so deutlich spürten ihn die Mitglieder des Fördervereins Dobergmuseum noch nie. In der Mitgliederversammlung waren sich Bündes Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse und der Vorstand des Fördervereins darin einig, dass nach den positiven Beschlüssen der Fachausschüsse sowohl bei der Stadt als auch beim Kreis Herford nun auch Rat und Kreistag in ihrer jeweils nächsten Sitzung endgültig grünes Licht geben wollen für den hoffnungsvollen Neubeginn.
Die Stadt Bünde will, wie die Bürgermeisterin ausführte, die alleinige Trägerschaft für den gesamten Museumsbetrieb übernehmen und sich verpflichten, zunächst bis zum Jahr 2024 sowohl das Dobergmuseum als auch das Tabakmuseum weiterzuführen. 2024 sei dabei nicht als Enddatum zu verstehen, die zeitliche Eingrenzung habe rechtliche Gründe, weil Kommunen keine Verträge für die Ewigkeit abschließen können. Das Datum habe man angenommen, weil dann die Bindefrist aufgrund gewährter Fördermittel auslaufe.
Sobald die endgültigen Beschlüsse von Rat und Kreistag gefasst worden sind, will die Stadt Bünde die Sanierung des Dobergmuseums zügig umsetzen. Das sei wesentlich, um die Schäden und die daraus resultierenden Kosten nicht noch größer werden zu lassen. Auch der Kreis will unverzüglich handeln und den Verbindungsgang zwischen Dobergmuseum und Striedieck’schem Hof bauen, der das Gebäude-ensemble zu einer Museumsinsel verbindet. Während der Bauphase soll aber, wie Museumsleiter Michael Strauß betonte, der Museumsbetrieb aufrecht erhalten und ein besonderes Augenmerk auf die Kontinuität spannender museumspädagogischer Angebote gerichtet werden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen bleibt wichtiges Standbein des Museums.
Die Stadt Bünde, so die Bürgermeisterin, werde den Fokus darauf richten, dass die Dauerausstellung des Tabakmuseums im Striedieck’schen Hof so zeitnah wie möglich eingerichtet wird. Michael Strauß bekräftigte diese Zielsetzung. Noch in diesem Jahr will er das Tabakmuseum mit einer Ausstellung eröffnen, die bereits Teil der künftigen Dauerausstellung ist und sich in das noch abzuschließende Gesamt-konzept einfügt. „Das Tabakmuseum muss möglichst schnell mit Leben erfüllt werden”, damit sprach Michael Strauß allen Anwesenden aus der Seele.
Dass der Förderverein Dobergmuseum auch das Tabakmuseum fest im Blick hat, ist auf gemeinsame Überlegungen mit dem Verein der Freunde des Tabakmuseums zurückzuführen. Es erscheint sinnvoll, die Arbeit beider Fördervereine zu bündeln. Auch ein Zusammenschluss wird nicht ausgeschlossen und soll in naher Zukunft weiter diskutiert werden.
Das ungewisse Schicksal des Museums ließ in der Vergangenheit viele Fragen offen. Nun gibt es für alle Beteiligten viel zu tun, um das Museum für Bünde und den Kreis Herford, aber auch über die Grenzen der Region Ostwestfalen-Lippe hinaus, zu einem attraktiven Anziehungspunkt zu machen. Das Bünder Stadtmarketing hat das Museum längst für sich entdeckt. Auch unter diesem Blickwinkel soll es interessante Angebote für Einzelbesucher, Familien und Besuchergruppen geben. Es lohnt sich, bei einem Besuch in der Zigarrenstadt neben dem Bünder Museum auch die historischen Gebäude der Innenstadt, die attraktive Einkaufszone und Köstlichkeiten der Bünder Gastronomie kennen zu lernen!
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CDU und FDP: Stadt soll Museum alleine tragen
SPD/Grüne: Kreis nicht aus der Verantwortung entlassen
Bünde (grot). Der Verhandlungsmarathon zwischen Kreis und Stadt über Finanzierung und Trägerschaft der Museumsinsel kann weiter gehen. Mit Mehrheit hat der Rat Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse beauftragt, mit dem Kreis eine Übereinkunft zu finden. Vorgaben: Die Trägerschaft geht komplett auf die Stadt Bünde über, der Kreis Herford steuert zu den Betriebskosten fünf Millionen Euro bei, entweder als Einmalzahlung oder über mehrere Jahre verteilt. Das entspricht dem Meinungsbild, das sich bei einem »runden Tisch« herauskristallisiert hatte, zu dem sich Politik- und Verwaltungsspitzen von Kreis und Stadt getroffen hatten (die BÜNDER Zeitung berichtete ausführlich.
Edgar Zacharias (CDU) prognostizierte ganz erhebliche Kosteneinsparungen (derzeitige Betriebskosten per anno: etwa 1,03 Millionen Euro) und Einnahmesteigerungen, wenn die Stadt den Museumskomplex selbst übernehme und vermarkte. Die UWG will das Dobergmuseum weiterhin abreißen und die erdgeschichtliche Sammlung im Tabakmuseum präsentieren. Das sei unmöglich, hielt Martin Lohrie (FDP) entgegen, schon aus Platzgründen, aber auch aus museumspädagogischer Sicht.
Dr. Elmar Holstiege (Grüne) und Horst Beck (SPD) warnten vor den langfristigen Kosten, die sich die Stadt mit der Komplettübernahme ans Bein binde. Es sei ein schwerer Fehler, den Kreis Herford aus der Mitverantwortung zu entlassen, in dem man ihm die willkommene Möglichkeit einräume, sich »freizukaufen« (Horst Beck).
Beide sehen langfristig den Bestand des Doberg-Museums gefährdet. In keiner Weise sei zu belegen, dass die Stadt als Alleinverantwortliche den Betrieb kostengünstiger gestalten könne, sagte Beck. Die bisherigen Debatten im Wirtschaftsförderausschuss seien eine »Groteske« gewesen.
Bünder Zeitung Westfalen-Blatt, Donnerstag 14. Februar 2008
Mehrheit für Allein-Trägerschaft
Bünde (ar). Was lange währt, wird endlich gut, heißt ein Sprichwort. Ob dieses im Fall der Museumsinsel zutrifft, scheint noch ungeklärt. Zumindest sind jetzt die Weichen gestellt. Denn nach monatelangem Ringen hat der Rat am Dienstagabend mit einer knappen Mehrheit von 23 zu 21 Stimmen dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt.
Hiernach übernimmt die Stadt ab dem 1. Januar 2009 die alleinige Trägerschaft für die gesamte Museumsinsel. Der Kreis Herford zahlt hierfür an die Stadt 5 Millionen Euro, die in jährlichen Raten fällig werden. Ob dieser Beschluss Wirklichkeit wird, hängt nun vom Kreistag ab. Erst wenn dieser dem Vorschlag der Stadt ebenfalls mit einer Mehrheit zustimmt, ist die Sache besiegelt.
Dann könnte umgehend die Sanierung des Dobergmuseums eingeleitet werden. Grüne, UWG und SPD, die gegen den Vorschlag der Verwaltung stimmten, gaben zu bedenken, dass Bünde nicht in der Lage sei, die alleinige Trägerschaft der Museumsinsel finanziell zu stemmen. Zudem sei es nicht ratsam, den Kreis aus seiner Verantwortung zu entlassen.
Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Donnerstag 14. Februar 2008
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Ratlosigkeit über die Zukunft der Seekuh
Zukunft des bedeutenden Bünder Museums ungewiss
Bericht der Neuen Westfälischen / Ostwestfalen-Lippe am 31.01.2008
Bünde (jr/p.p.). Während der einzigartige Wert der geologischen Sammlung im Bünder Dobergmuseum (unter anderem ein 30 Millionen Jahre altes Seekuh-Fossil) unter Wissenschaftlern in aller Welt unstrittig ist, scheint sich diese überregionale Bedeutung bei den zuständigen Gremien noch nicht herumgesprochen zu haben. Nach monatelangem Hin und Her um Erhalt und Trägerschaft des sanierungsbedürftigen Ausstellungshauses scheint ein Ende der Verhandlungen zwischen der Stadt Bünde und dem Kreis Herford immer noch weit entfernt.
Der neueste Vorschlag der Stadtverwaltung Bünde, allein die Trägerschaft für das Museum zu übernehmen, schien lange konsensfähig. Demnach sollte sich der Kreis mit fünf Millionen Euro – zahlbar ab 2009 in fünf Jahresraten – von allen bisher getätigten Betriebs-, Folge- und Reparaturkosten befreien. Dafür wäre der Kreis laut Beschlussvorschlag zu 50 Prozent an den Zins- und Tilgungsleistungen für den zur Sanierung des Dobergmuseums nötigen Kredit zu beteiligen.
Nach intensiver Diskussion konnte sich der Wirtschaftsförderungsausschuss Anfang der Woche auch mit diesem Vorschlag nicht anfreunden. CDU und FDP votierten dafür, SPD, UWG und Grüne hielten dagegen. Sie sehen mit dieser einseitigen Lösung den dauerhaften Bestand des Museums gefährdet. Das bedeutete Stimmenpatt, Lösungsvorschlag abgelehnt.
Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse (CDU) schien anhand der anstehenden Verhandlungen mit dem Kreis ratlos: „Was soll ich nun machen?“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedel Heitkamp fürchtete, dass der Kreis über mehr nicht verhandeln werde.
Tatsächlich sorgte das Ergebnis bei Kreisdezernent Wilfried Bockhorst für Überraschung. Der Sache sei damit nicht gedient. Bürgermeisterin Kleine-Döpke-Güse will nun aber die Flucht nach vorn antreten: „Wir bringen das Thema jetzt in den Rat.“ In dem haben CDU und FDP eine Mehrheit, und die werde ihr hoffentlich ein Mandat für die anstehenden Verhandlungen nicht versagen.
Seit Monaten warten die Museumsbetreiber auf eine Perspektive für das international bedeutende Museum am Doberg.
(Neue Westfälische, Donnerstag 31. Januar 2008)
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Museumsinsel wartet auf Entscheidung
Wirtschaftsförderungsausschuss lehnt Vorschlag der Verwaltung ab
Kreis fordert Klarheit
Bericht und Kommentar der Bünder Zeitung am 31.01.2008 von Marold Osterkamp (Fotos: Moritz Winde)
Nach der Entscheidung herrschte Ratlosigkeit. »Über was soll ich denn jetzt verhandeln?«, fragte Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse.

Bleibt die Seekuh in Bünde? Die Dauerausstellung im Tiefgeschoss führt in die geheimnisvolle Welt des Dobergs. Auch das Grundkonzept für das Tabakmuseum steht schon seit langem.
Sieben Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses hatten sich für den im Vorfeld am »runden Tisch« ausgehandelten Vorschlag zur Trägerschaft und zu den Kosten für die Museumsinsel ausgesprochen, sieben dagegen. Damit war der Vorschlag abgelehnt. Grüne, SPD und UWG hatten Einwände.
Nun sei wieder der Kreis am Zug, meinte Horst Beck, Fraktionsvorsitzender der SPD. »Ganz und gar nicht«, sagt Wilfried Bockhorst dazu, Kulturdezernent des Kreises. »Wir haben am runden Tisch beraten, und Bünde hat den Vorschlag nun abgelehnt. Wir warten jetzt auf einen Vorschlag aus Bünde, und der geht dann in die politischen Gremien.« Eindeutig sei jetzt die Stadt Bünde am Zug. Bockhorst bedauert die Verzögerungen. »Die Sanierung ist ja in trocknen Tüchern. Wir könnten sofort beginnen, warten aber auf den Grundsatzbeschluss in Bünde.«
Bündes Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse hat sich vom Abstimmungsschock erholt. »Ich habe mit einer knappen Zustimmung gerechnet, zumal die UWG im Kreis sich für den Vorschlag ausgesprochen hat«. Der sieht vor, dass die Stadt Bünde vom 1. Januar an die alleinige Trägerschaft für die Museumsinsel übernimmt. Der Kreis zahlt hierfür an die Stadt Bünde fünf Millionen Euro. Mit diesem Vorschlag wollte die Bürgermeisterin in die Verhandlungen mit dem Kreis gehen. Die SPD lehnt ihn ab, weil sie sich für eine doppelte Trägerschaft von Kreis und Stadt ausspricht. Die Grünen sind zwar auch dafür, die Trägerschaft allein zu übernehmen, »fünf Millionen reichen aber nicht aus.« Der Kreis habe einst die Partnerschaft mit Bünde gesucht und auch eine Verantwortung für das Museum. Die UWG möchte Doberg- und Tabakmuseum in einem Gebäude unterbringen, das würde jedoch die Grundlage für die Förderung verändern und findet schon deshalb keine Mehrheit.
Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse will den Vorschlag der Verwaltung nicht aufgeben und ihn im Rat präsentieren. Dort rechnet sie mit einer Mehrheit. »Was soll ich denn sonst machen. Ich brauche eine Verhandlungsgrundlage. Wir können uns keine weitere Verzögerung leisten und brauchen jetzt dringend eine Entscheidung.«
Traurige Realität: Im Dobergmuseum regnet es schon seit Monaten durch. Eine Sanierung ist dringend notwendig. Auch für Museumsleiter Michael Strauß ist die aktuelle Situation unbefriedigend. »Für unsere Arbeit brauchen wir Planungssicherheit. Im Augenblick müssen wir improvisieren.« Strauß hofft, dass die Sanierung so schnell wie möglich beginnen kann. »Alles hängt ja zur Zeit in der Schwebe, deshalb ist es kaum möglich, Verträge über Sonderausstellungen zu schließen.« Strauß möchte auch das Konzept für das Tabakmuseum im sanierten Striedieckschen Hof zeitnah umsetzen.
Kommentar von Marold Osterkamp: Klares Bekenntnis notwendig
Die unendliche Geschichte Dobergmuseum wird allmählich zur Farce. Das öffentliche Bekenntnis für das Museum wird bei vielen Kommunalpolitikern immer schwächer und auch für die Akzeptanz in Stadt und Land ist das Gezerre um das Museum nicht gerade hilfreich. Über Inhalte wird schon lange nicht mehr gesprochen, und gerade damit wollte und will das Museum doch punkten und Besucher nach Bünde ziehen. Das Tabakmuseum ist schon seit langem geschlossen, ein Konzept für eine Neueröffnung zwar in groben Zügen fertig, doch bisher konnte nichts umgesetzt werden. Auf den Internetseiten wird damit geworben, dass sich das Museum bald in einem ganz neuen Gewand vorstellt. Pessimisten könnten beim gegenwärtigen Zustand darauf kommen, dass es schließt. Die Stadt braucht jetzt ein klares Bekenntnis zur Museumsinsel, wenn es sie denn weiterhin geben soll, die Bürgermeisterin einen Verhandlungsauftrag für den Kreis, damit die unendliche Geschichte doch noch endet.
(Bünder Zeitung Westfalenblatt, Donnerstag, 30. Januar 2008)
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Jetzt soll es der Rat richten
Museumsinsel: Ratlosigkeit beim Kreis
Bericht und Kommentar der NW Bünde am 30.01.2008 von Paul Pröter
Wohl lange nicht mehr hat man ein Gremium des Bünder Rates so sprach- und ratlos erlebt wie den Ausschuss für Wirtschaftsförderung am Abend des 28. Januar 2008. Wie bereits gestern berichtet, hatte der Ausschuss kurz zuvor den Verwaltungsvorschlag eines Beschlusses die Zustimmung versagt (mit 7:7-Stimmenpatt, gleich Ablehnung), der den Kreis für 5 Millionen Euro und Beteiligung an der Renovierung des Doberg-Museums aus seiner Verpflichtung für die Museumsinsel entlassen sollte.
Verwirrung war gestern auch deutlich beim Kreis zu spüren. Wilfried Bockhorst, in Herford zuständig für die Belange der Bünder Museen, äußerte Verwunderung, weil Bünde damit entgegen seinen Eindrücken vom „runden Tisch“ aller Beteiligten immer noch keine verhandelbare Position für die vom Kreis dringend erwarteten Verhandlungen bezogen habe.
Die Renovierung des Doberg-Museums könnte schon begonnen haben, wenn der Wirtschaftsförderungsausschuss in seiner letzten Sitzung nicht grundsätzliche Zweifel am Fortbestand des Museums hätte erkennen lassen, erklärte Wilfried Bockhorst im Gespräch mit der NW. Und dass die jüngste Sitzung ebenfalls kein greifbares Resultat gezeitigt habe, sei ganz und gar nicht in seinem Sinne.
In der Rolle des „schwarzen Peter“ sieht Bockhorst den Kreis deshalb nicht. Herford könne im Grunde gelassen abwarten, bis aus Bünde endlich Verhandelbares komme, freute sich Bockhorst. Und bedauerte gleichzeitig, dass der Sache damit ganz und gar nicht gedient sei.
Genauso sah es am Tag nach der großen Sprachlosigkeit Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse. „Was soll ich nun machen?“, hatte das Stadtoberhaupt die ob des Stimmenpatts selbst ratlosen Ausschussmitglieder am Montagabend gefragt. Und ohne eine Antwort abzuwarten, gab sie sie gestern selbst. „Wir bringen das Thema jetzt in den Rat“, erklärte Kleine-Döpke-Güse zu allem entschlossen. In dem haben CDU und FDP eine Mehrheit und der werde ihr hoffentlich ein Mandat für die anstehenden Verhandlungen nicht versagen.
KOMMENTAR von Paul Pröter: Museumsinsel - kein leichter Job
Es gibt Jobs, deren Inhaber von niemand beneidet werden. Michael Strauß, in Bünde verantwortlich für die Museumsinsel, geht einer solchen Beschäftigung nach. Der Mann hat viele Einfälle, der Mann engagiert sich – der Mann steht aber schon seit langer Zeit im Regen.
Im wahrsten Sinne des Wortes, nehmen Regenwasser-Schöpfarbeiten im Keller des Doberg-Museums doch zeitweise deutlich mehr Energie in Beschlag als die eigentliche Arbeit. Und nun auch noch das: Der Wirtschaftsförderungsauschuss des Bünder Rates ist einmal mehr nicht in der Lage, klar Stellung zu beziehen zur Zukunft der Museumsinsel.
Trotz Zeitdruck, denn am 31. Dezember 2008 läuft der Trägerschafts-Vertrag zwischen Stadt und Kreis aus. Und weniger als ein Jahr vorher weiß Michael Strauß noch nicht, wie’s weiter geht mit dem Doberg-Museum und mit der Dauerausstellung im Striedieckschen Hof.
Bünde darf somit froh sein über die Leidensfähigkeit von Michael Strauß. Denn sonst hätte sich längst zu vielen offenen Fragen auch die Direktoren-Frage gesellt.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 30. Januar 2008)
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Museums-Kompromiss ist in greifbare Nähe gerückt
Alleinige Trägerschaft soll 2009 auf Bünde übergehen
Bericht der Bünder Zeitung am 19.1.2008 von Hilko Raske
Ein Kompromiss scheint in Sachen »Bünder Museumsinsel« in greifbare Nähe gerückt zu sein. Das zeichnete sich zumindest bei einer internen Gesprächrunde ab, zu der sich die Vertreter aller Fraktionen aus dem Kreistag und dem Bünder Stadtrat am Donnerstagabend im Museum zusammengefunden haben.
Danach soll die komplette Trägerschaft des Museumskomplexes vom 1. Januar 2009 an an die Stadt Bünde übergehen. Bislang ist der Kreis Herford noch Träger, hat den bestehenden Vertrag aber zum Jahresende aufgekündigt. Bis zum Jahr 2002 waren die laufenden Kosten für die Museen - Dobergmuseum, Takakmuseum, Dammhaus und Hurlbrinksches Haus - je zur Hälfte vom Kreis und der Stadt getragen worden. Seit 2003 aber ist der Betrag festgelegt - Bünde bezahlt 235 000 Euro, der Kreis den Rest. Und das bei einem derzeitigen Zuschussbedarf von etwa einer Million Euro. Nach Aussage von Kreiskulturdezernent Wilfried Bockhorst scheint der angestrebte Kompromiss mehrheitsfähig. »Künftig wird der Kreis für einen festgelegten Zeitraum einen noch festzulegenden Betrag an die Stadt Bünde bezahlen.« Dieser Betrag könne als einmalige Zahlung oder in Form von Teilsummen über einen bestimmten Zeitraum an die Stadt Bünde fließen. Danach werde sich der Kreis allerdings aus der Finanzierung verabschieden. Sollten sich Stadt und Kreis über den Übergang einigen, seien Rückzahlungen von bereits vorgenommenen oder laufenden Sanierungsarbeiten kein Thema mehr. »Dann könnte auch die dringende Sanierung des Dobergmuseums, die mit etwa einer Million Euro veranschlagt wurde, endlich abgeschlossen werden.«
Nächste Aufgabe sei es, die Dauerausstellung im Tabakmuseum - das Gebäude steht derzeit mehr oder weniger leer - in Angriff zu nehmen. Hier wäre dann aber die Stadt Bünde als künftige Trägerin in der Pflicht. Bockhorst selber hofft auf eine schnelle Entscheidung. »Je länger wir warten, desto teuer wird es einfach.« Das Thema werde am 28. Januar im zuständigen Bünder Fachausschuss beraten. Danach müsse ein möglicher Kompromiss durch die zuständigen Kreisgremien abgesegnet werden.
Optimistisch gestimmt ist auch Bündes Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse. »Auf beiden Seite scheint es eine Mehrheit für die Trägerschaft durch die Stadt zu geben.« Sie verspricht sich dadurch eine bessere Einbindung des Museumskomplexes in das Bünder Marketingkonzept. »Keine Einigung zu erzielen, wäre die teuerste Lösung überhaupt«, betonte sie. Eine mögliche Zerschlagung der »Museumsinsel« in zwei getrennte Bereiche - auf der einen Seite das Dobergmuseum mit dem Kreis als Träger, auf der anderen Bünde mit drei restlichen Gebäuden - mache keinen Sinn. »Die Museumsinsel ist als Einheit ausgelegt - so gibt es nur einen Kassen- und Sanitärbereich.«
Nicht nennen wollten die Beteiligten die Summe, mit der der Kreis sich noch nach 2008 beteiligen will. Im Gespräch sind aber fünf Millionen Euro.
(Bünder Zeitung Westfalen-Blatt, Samstag 19. Januar 2008)
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Ende des Tauziehens in Sicht
Alleinige Trägerschaft des Dobergmuseums durch die Stadt Bünde vorgesehen
Bericht der NW Bünde am 19.1.2008 von Andrea Rolfes
Nach monatelangen Diskussionen um die Zukunft des Dobergmuseums scheint die Frage um die Trägerschaft geklärt. Am Donnerstagabend haben sich Vertreter des Kreises und der Stadt an einem runden Tisch auf eine Lösung geeinigt, die laut Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse mehrheitsfähig sei. Der Plan sieht vor, dass Bünde die alleinige Trägerschaft des Museums übernimmt und der Kreis eine einmalige Summe an die Stadt zahlt.
Die Höhe dieses Betrages müsse noch verhandelt werden, hieß es von beiden Seiten. Vor dem Hintergrund, dass es einen Wirtschaftsplan gibt, der den Kreis bis 2020 verpflichtet hätte, sich an den Kosten für das Museum zu beteiligen, wäre eine Summe zwischen vier und fünf Millionen Euro realistisch. Denkbar wäre, dass der Kreis diese Zahlung in mehreren Raten leistet. Danach wäre von allen Betriebs- und Folgekosten sowie den Reparaturkosten befreit, hieß es. Der zuständige Kreisdezernent Wilfried Bockhorst ist optimistisch, dass die Sache bald geklärt ist. „Ich hatte in unserem Treffen den Eindruck, dass wir eine Mehrheit für diese Lösung finden“. Genauso sieht das Anett Kleine-Döpke-Güse, die es für sinnvoll hält, dass die Trägerschaft der Museumsinsel in einer Hand liegt. „Alles andere wäre kompliziert zu regeln und würde endlose Debatten zwischen Kreis und Stadt bedeuten.“
Die Fraktion der Bünder SPD sieht dies anders. „Wenn Bünde die Trägerschaft übernimmt, hat die Stadt einen riesigen Klotz am Hals, für den sie alleine zahlen muss“, sagt der Fraktionsvorsitzende Horst Beck. Das könne die Bünde alleine nicht schultern. Er sei sich sicher, dass sich der Kreis freikaufen wolle und die Stadt einen Fehler mache, wenn sie auf das Angebot eingeht. Zumal Beck einen Betrag zwischen vier und fünf Millionen für zu niedrig halte.
Kleine-Döpke-Güse hält dagegen: „Natürlich bleibt es ein finanzielles Risiko, aber ich halte es für wichtig, dass ein Museum, das die Kultur der Stadt Bünde und der gesamten Region repräsentiert, geförtert werden muss.“ Die Bürgermeisterin betont gleichzeitig, dass der Betrieb des Museums ein Zuschussgeschäft ist. Darüber sei man sich völlig im Klaren. „Die Frage ist, ob man für Kultur Geld ausgeben will oder nicht. Und wir wollen es.“ Weil außer der SPD alle Fraktionen dieser Ansicht sind, scheint es wahrscheinlich, dass sich eine Mehrheit für die Lösung im Wirtschaftsförderungsausschuss Ende Januar finden wird. Wenn das so wäre, würden die Reparaturarbeiten am Museum umgehend eingeleitet, so Kleine-Döpke-Güse.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 19. Januar 2008)
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Trägerschaft soll an Stadt gehen
Kein Beschluss in der Museumsfrage / Runder Tisch für Klarheit bei Finanzierung
Bericht der Neuen Westfälischen am 15.12.2007 von Tobias Heyer (Text und Foto)
Ungeduldig erwartet wurde gestern das Abstimmungsergebnis des Kreistages in der Museumsfrage. Doch ein Beschluss der Kreispolitiker blieb aus. Die sprachen sich für die Gründung eines runden Tisches aus. Grundlage der Gespräche soll sein, dass die Trägerschaft an die Stadt Bünde übergeben wird und die Sanierungskosten geteilt werden.
Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse sieht sich in diesem Vorgehen bestätigt: „Das ist an sich genau das, was wir vorgeschlagen haben.“ Doch geklärt ist damit noch nicht die Verteilung der laufenden Kosten. Die soll an dem runden Tisch geklärt werden. „Wir streben da wie bei den Sanierungskosten eine 50 zu 50 Teilung an“, erklärt Anett Kleine-Döpke-Güse. Sie ist erst einmal froh, dass „jetzt überhaupt Bewegung in die Sache“ komme.
Dass die Stadt am Ende deutlich mehr als die bisherigen rund 250.000 Euro für den Museumsbetrieb bezahlen muss, ist weder für die Bürgermeisterin noch für die Ratsmitglieder ein Geheimnis. „Das müssen wir so oder so. Und das überrascht auch niemanden. Entscheidend ist aber, ob das Geld des Kreises dauerhaft oder zeitlich begrenzt ist“, betont Kleine-Döpke-Güse.
Museumsleiter Michael Strauß reagierte sofort auf die nicht erfolgte Abstimmung. „Ich gehe davon aus, dass die Verantwortlichen in Bünde wissen, was auf sie zukommt, wenn sie sich an den runden Tisch setzen und die Trägerschaft übernehmen.“ Schwer zu beurteilen sei, ob ein finanzieller Träger allein das Museum halten könne. „Es gibt verschiedene Prognosen bei der Kostenentwicklung“, erklärte Strauß gestern gegenüber der NW. Eine sieht vor, dass die jährlichen Betriebskosten sich auf Jahre hin auf eine Millionen Euro belaufen, eine andere nenne die Zahl 700.000.
Bildunterschrift
Skeptiker: Wie die Kugel einer Wahrsagerin sieht die beleuchtete Vitrine in der Dauerausstellung des Dobergmuseums aus. Nur zu gerne wüsste Museumsleiter Michael Strauß, wie sich nach der Entscheidung des Kreistages die Verhandlungen um die Museumszukunft entwickeln.
Spannend ist die Frage, ob bei den Verhandlungen am runden Tisch eine zeitliche Begrenzung des finanziellen Engagements des Kreises heraus kommt, oder dieser dauerhaft in der finanziellen Pflicht bleibt. CDU und FDP hatten in ihrem Antrag, der gestern keine Mehrheit fand, erklärt, dass sich die Zuwendungen auf sechs Jahre beschränke. Ob danach die Stadt diese Kosten alleine tragen kann, bezweifelt nicht nur der Museumsleiter Strauß.
Doch der sieht auch Einsparungsmöglichkeiten. „Wenn wir nicht mehr auf einer Baustelle arbeiten, sondern nach der Sanierung eine schmucke Museumsinsel vor uns haben, dann lässt sich marketingstrategisch viel mehr bewegen“, so die Vorstellung des Museumsleiters. Dadurch könnten die Besucherzahlen und damit verbunden auch die Einnahmen steigen. Darauf setzt auch die Stadt, die weiterhin eine dauerhafte Kostenteilung anpeilt.
Skeptiker: Wie die Kugel einer Wahrsagerin sieht die beleuchtete Vitrine in der Dauerausstellung des Dobergmuseums aus. Nur zu gerne wüsste Museumsleiter Michael Strauß, wie sich nach der Entscheidung des Kreistages die Verhandlungen um die Museumszukunft entwickeln.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 15. Dezember 2007)
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Museumsinsel: Übergabe an Stadt scheint möglich
Kreis-CDU und -FDP bieten maximal 4,5 Millionen Euro
Bericht im Herforder Kreisblatt am 14.12.2007 von Rainer Grotjohann
In der seit Monaten anhaltenden Debatte zwischen dem Kreis Herford und der Stadt Bünde bezüglich des Doberg- und des Tabakmuseums zeichnet sich eine Lösung ab. Die Entscheidung über eine neue vertragliche Regelung dürfte heute im Kreistag fallen.
Christdemokraten und Freie Demokraten wollen »auf das Angebot der Stadt Bünde eingehen und die Trägerschaft des Museums künftig der Stadt überlassen«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Fraktionssprecher Christoph Roefs (CDU) und Stephen Paul (FDP). Um den Übergang »finanziell fair zu regeln«, solle der Kreis 4,5 Millionen Euro für Betriebskosten bereit stellen. Jährlich können davon maximal 750 000 Euro an Bünde ausgezahlt werden«.
Das heißt: Sobald die Gesamtsumme, in welchen Teilraten auch immer, an die Stadt Bünde überwiesen ist, würde sich der Kreis Herford aus der Finanzierung des Museumskomplexes vollständig zurückziehen.
CDU und FDP wollen die Landrätin heute bitten, mit der Bünder Bürgermeisterin eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. »Mit unserem Vorschlag wollen wir dafür sorgen, dass das Doberg-Museum und das Tabak- und Zigarrenmuseum eine gesicherte Zukunft haben und für alle Besucher möglichst attraktiv sind«, erklärten Roefs und Paul.
Wie sich die übrigen Kreistagsfraktionen heute verhalten werden, war gestern noch unklar.
(Bünder Zeitung / Herforder Kreisblatt, Freitag 14. Dezember 2007)
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Abriss-Debatte verzögert Sanierung
Bünde stellt dem Kreis Bedingungen für einen neuen Kooperationsvertrag
NW (tcg). Als müßig erwies sich die kommunalpolitische Debatte über einen möglichen Abriss des mit schweren Baumängeln behafteten Doberg-Museums. „Wir können es nicht abreißen lassen. Es gehört uns nicht“, teilte die Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsausschusses mit.
Die auf der Zeichnung des Architekturbüros Flörke und Krys (rechts) abgebildete Gestaltungsvariante, die auf überstehende Stahlträger verzichtet, wird von der Politik favorisiert (im Gegensatz zu einem Rundbau in Aluminiumausführung, der keine Befürworter fand). Das Architekturbüro Flörke und Krys plante die Sanierung des undichten Museums.
Und selbst wenn man den Kreistag von der Notwendigkeit eines Abrisses hätte überzeugen können, hätte der die Stadt Bünde knapp vier Millionen Euro gekostet. Auch deshalb einigte sich der Ausschuss am Mittwoch auf einen Verhandlungauftrag, der die Bürgermeisterin ermächtigt eine Kostenteilung mit dem Kreis auszuhandeln. Dissens besteht hinsichtlich der Trägerschaft. CDU und FDP setzten mit einer Stimme Mehrheit (7:6) durch, dass die alleinige Trägerschaft Bedingung für einen neuen Kooperationsvertrag mit der Stadt ist (die NW berichtete gestern). Elmar Holstiege von den Bündnisgrünen erklärte, dass die Stadt in der langen unglücklichen Geschichte des Museums im Beirat des Museums nicht geglänzt habe. Dort habe man Mitspracherecht gehabt und es nicht wahrgenommen. Warum wolle man nun die Trägerschaft für ein Museum mit überregionaler Bedeutung, fragte Holstiege, der sich für den Verbleib der Verantwortung beim Kreis aussprach. SPD-Fraktionschef Horst Beck musste sich dafür rechtfertigen, dass er sich öffentlich für die Teilung der Trägerschaft ausgesprochen habe. Damit habe er dem Kreis in die Hände gespielt und die Verhandlungsposition der Stadt geschwächt, warf ihm der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Friedel Heitkamp, vor. „Für mich ist der Kreis kein feindliches Lager“, konterte Beck.
Heitkamps Fraktion machte für einen neuen Vertrag auch zur Bedingung, dass der Kreis sich verpflichte, für mögliche Rückforderungen in der Zukunft gerade zu stehen. Dieser Punkt wurde allerdings nicht eigens beschlossen.
Nur die UWG will sich vom Doberg-Museum trennen und auch die geologische Ausstellung im Striedieckschen Hof unterbringen.Für Ralf Kanther (UWG) ist das die günstigste Alternative. Dieser Rechnung vertrauten die anderen Ausschussmitglieder nicht.
Nun strebt die Bürgermeisterin umgehend Verhandlungen mit dem Kreis an, damit die Sanierungsarbeiten möglichst schnell beginnen können. Der Kreis hatte diese ausgesetzt, weil man in Bünde über einen Abriss debattierte.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Freitag 26. Oktober 2007)
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Stadt will Herr im Ring sein
Mehrheit für 100-Prozent-Trägerschaft am Doberg-Museum
Bericht der BZ am 26.10.2007 von Rainer Grotjohann
Die Gedankenspiele um einen Abriss des stark sanierungsbeürftigen Doberg-Museums sind vom Tisch, Bünde will an dem Gebäude und am Betrieb des Museums festhalten (die BZ berichtete gestern kurz im überregionalen Teil).
Dass die von der UWG vorgeschlagene »Trennung vom Gebäude«, die letztlich die Einstellung des Betriebes bedeutet hätte, mit etwa 3,9 Millionen Euro Kosten zu Buche schlagen würde, dürfte den Ausschlag bei der Entscheidung des Wirtschaftsförderungsausschusses gegeben haben. Fast 3,2 Millionen hätten allein an die Zuschussgeber des Projektes zurück gezahlt werden müssen.
Nun will Politik das Museum weiter führen. Unter wessen Trägerschaft allerdings, dran schieden sich die Geister. Eine knappe Mehrheit von CDU und FDP (bei Enthaltung des UWG-Vertreters) will, dass der Kreis Herford die Trägerschaft zu 100 Prozent der Stadt Bünde überträgt. Diesen Verhandlungsauftrag hat die Bürgermeisterin bekommen. Bünde will also den alleinigen Einfluss auf Konzeption und Betrieb der Einrichtung und will eine 50:50-Teilung der Betriebskosten. CDU und FDP machten dies zur Prämisse für Vertragsverhandlungen und sind der Überzeugung, dass dies die optimale Lösung sei.
Im Gegensatz zu SPD und Grünen. Deren Sprecher Horst Beck und Dr. Elmar Holstiege warnten davor, den Kreis Herford zum reinen Zuschussgeber herabstufen zu wollen. Beck warb für eine gemeinsame Trägerschaft und wiederholte seinen Vorschlag, dies könne über eine zu gründende gemeinsame gemeinnützige GmbH geschehen. Werde der Kreis aus seiner Trägerschaft entlassen, sinke zwangsläufig dessen Interesse an der Einrichtung. Selbst wenn ein solches Vertragskonstrukt machbar werde: Verträge seien kündbar. Obendrein sei Bünde die einzige Kommune im Kreisgebiet, die Zuschüsse zu einem (dann rein städtischen) Museum erhalte. Das werde Begehrlichkeiten wecken.
Ähnlich äußerte sich Holstiege. Er werte es als befremdlich, dass Bünde nun das alleinige Sagen habe, während es über lange Zeit im Fachbeirat von Kreis und Stadt seine Einflussmöglichkeiten nicht genutzt habe. Dem widersprach die Bürgermeisterin. Und Friedel Heitkamp (CDU) glaubte, dass Verträge mit langer Laufdauer die Stadt davor bewahren könnten, eines Tages allein auf den Betriebskosten hängen zu bleiben.
Fakt nach dem Votum des Wirtschaftsförderungsausschusses ist: Erst wenn mit dem Kreis Einigung über Trägerschaft und Kostenverteilung getroffen ist, wird dieser mit den Sanierungsarbeiten beginnen. Deshalb sei der Kreis nun gefordert, schnell zu handeln.
Diese Eile stößt beim zuständigen Kreis-Dezernenten Wilfried Bockhorst allerdings auf Verwunderung. »Das Dach hätte längst dicht sein können, der Verbindungsgang zum Striedieckschen Hof wäre schon fertig. Der Planungsauftrag ist längst vergeben«. Die Verzögerungen habe Bünde zu verantworten. Er bezweifle, dass die politischen Gremien innerhalb weniger Tage einen Beschuss über die Bünder Forderungen fassen könnten. Er wolle den Entscheidungsträgern nicht vorgreifen, könne sich aber vorstellen, dass es Widerstand gegen eine Rolle des Kreises als Zuschussgeber ohne jede Einflussmöglichkeiten auf den Betrieb des Museums geben könnte. Denkbar sei, dass andere Kommunen dann ebenfalls Zuschussforderungen für ihre Museen erheben würden.
Das vom Kreis Herford beauftragte Bünder Architekturbüro Flörke + Krys hat mehrere Varianten für die künftige Gestaltung des Doberg-Museums erstellt. Die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses favorisieren eine voll verglaste Fassade. Auf die jetzt noch vorhandenen auskragenden Träger soll verzichtet werden. Sie gelten als Schwachstellen in puncto Wärmedämmung und Dichtigkeit.
(Bünder Zeitung Westfalenblatt, Freitag 26. Oktober 2007)
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SPD votiert für gemeinsame Museums-Trägerschaft
Bünde (tcg). Für eine Kostenteilung zwischen Kreis und Stadt bei der Finanzierung des Doberg-Museums wird sich die SPD-Fraktion in der heutigen Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses (19 Uhr, kleiner Sitzungssaal) aussprechen. Das teilte Frakionschef Horst Beck gestern mit. Er gehe davon aus, dass der Abriss, der die Stadt knapp vier Millionen Euro kosten würde, vom Tisch sei. Becks Fraktion votiert auch für eine gemeinsame Trägerschaft von Kreis und Stadt. Warum sollte der Kreis Geld für ein Museum ausgeben, in dem er nichts zu sagen habe, fragt sich der Sozialdemokrat. Eine solide Kooperation für das Doberg-Museum sei nur möglich, wenn man den Kreis auch langfristig einbinde.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 24. Oktober 2007)
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Südlengern meets Seekuh
SPD macht sich mit Aktionstag stark für den Erhalt des Dobergmuseums
Bünde-Südlengern. „Das Dobergmuseum muss bestehen bleiben.“ An dieser Aussage gibt es keinen Zweifel für die SPD in Bünde-Südlengern, die sich im Rahmen einer Vorstandssitzung unter Hinzuziehung des Bünder Geologen Professor Dr. Lutz Müller ausgiebig mit dem Thema auseinander setzte.
„Was sich in den letzten Wochen einige Bünder Kommunalpolitiker in Sachen Dobergmuseum geleistet haben, entspricht eher einer Kabarettveranstaltung und ist weit entfernt von sachbezogener Kommunalpolitik“, so Ortsvereinsvorsitzender Heinrich Möntmann. Dies gelte sowohl für Forderungen nach Abriss des Museums, dem unsinnigen Vorschlag zur Ausstellung der Exponate in Bünder Autohäusern, aber auch für das Ansinnen der Bünder CDU, die Stadt solle sich ganz vom Museum zurückziehen und alles allein dem Kreis überlassen. Für die SPD sei klar, dass das Dobergmuseum sowohl eine kommunale als auch eine regionale Bedeutung hat. Möntmanns Vorschlag auf gemeinsame Trägerschaft zwischen Stadt und Kreis mit hälftiger Teilung der Betriebskosten hätte daher Zustimmung gefunden. Man könne schließlich nicht erwarten, dass der Kreis zwar 50 Prozent der Kosten zahle, aber sonst nichts zu sagen habe. Deutlich sei auch, dass die SPD Südlengern eine besondere Beziehung zum Doberg hat. Das würden nicht nur die vielen Aktionen des Ortsvereins in der Vergangenheit zeigen. Nachdem man in 2004 eine Dobergexkursion für die Bevölkerung durchführte, lädt die SPD nunmehr für kommenden Sonntag, dem 28. Oktober ab 14 Uhr zu einem Besuch des Dobergmuseums ein. Unter dem Motto „Südlengern meets Seekuh“ oder „wir besuchen unser Museum“ besteht bei freiem Eintritt Gelegenheit, das Dobergmuseum näher kennen zu lernen. Fachleute wie Museumsleiter Michael Strauss und Prof. Dr. Müller stehen für Museumsführungen und Erläuterungen zur Verfügung. An ein Kinderprogramm ist gedacht und anschließend gibt es Kaffee und Kuchen. Möntmann ergänzt: „Auch wenn sich diese Einladung an die Südlengeraner richtet, so sind aber auch alle anderen willkommen, denen der Erhalt des Dobergs und des Dobergmuseums am Herzen liegt.“
(Bünder Zeitung Westfalenblatt, Dienstag 23. Oktober 2007, und
Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 24. Oktober 2007)
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Erstaunte Gesichter im Dobergmuseum
Fraktionen beraten über die Frage, ob sich die Sanierung lohnt
Bericht der NW über einen Workshop vom 15.10.2007 von Tobias Heyer
... mehr zu den Hintergründen unter: Aktuelle Infos ...
„Das ist auch nach der Informationsveranstaltung für uns eine Sache mit sieben Fragezeichen“, betont der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedel Heitkamp. Am Montagabend hatte die Stadt im Dobergmuseum Vertreter aller Fraktionen über die möglichen Sanierungs- oder Abrisskosten des Dobergmuseums informiert.
„Wir haben das in Ruhe ausgerechnet und kommen zu dem Schluss, dass der komplette Abriss, die Auffüllung des Geländes, die Unterbringung der Ausstellung und die Rückzahlung der Zuschüsse 3,95 Millionen Euro kosten“, rechnet der zuständige Dezernent Wilfried Bockhorst vom Kreis vor.
Gemeinsam mit einem Vertreter des Immobilienmanagements des Kreises reiste Bockhorst nach Bünde, um erstmals die Zahlen auf den Tisch zu legen. „An sich sind wir ja davon ausgegangen, dass die Sanierung, die gut eine Million Euro kosten soll, längst begonnen hat“, so Bockhorst, der vorstellte, wie das Gebäude nach diesen Arbeiten aussehen soll.
Doch die Bünder Politik hatte sich im Vorfeld anders entschieden und die Idee des Abrisses ins Spiel gebracht. Angedacht wurde auch ein Teilabriss bis auf das Kellergeschoss und ein sich anschließender Neubau des Erdgeschosses. „Da muss man mit Kosten von 1,8 Millionen Euro rechnen“, sagt Bockhorst, der schnell bemerkte, dass „da doch viele Politiker von den hohen Zahlen beeindruckt waren.“
„Das ist schon eine gewaltige Summe“, betont auch Hartmut Bokel von der Stadt Bünde mit Hinsicht auf die Komplettabrisskosten. „Wenn man sich das überlegt, dann ist der Vorschlag der Stadt, zu sanieren, sich die laufenden Kosten mit dem Kreis zu teilen und die Trägerschaften der Museen zu übernehmen die richtige Lösung“, betont Bokel.
Wie sich aber die Politik, die am kommenden Montag die Museumsfrage in den Fraktionen behandeln will, entscheidet, ist noch unklar. „Ich kann nicht einmal für meine eigene Fraktion sprechen. Da gibt es verschiedene Meinungen, muss sich erst eine heraus kristallisieren“, unterstreicht Friedel Heitkamp. Er zeigte sich von den nun vorgestellten Zahlen nicht sonderlich beeindruckt. „Das beläuft sich in dem Rahmen, den wir erwartet haben“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.
Nun seien alle Informationen auf dem Tisch, „und die ändern sich auch in einem halben Jahr nicht mehr. Also sollten wir uns jetzt schnell entscheiden“, schlägt Heitkamp vor.
Wie dringlich diese Entscheidung ist, zeigt sich schon am Vorstoß der Stadt Bünde, die nächste Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses von Dezember auf November vorzuverlegen. „Dann sollten die Standpunkte klar sein, damit wir entscheiden und handeln können“, betont Hartmut Bokel.
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Wie geht es weiter mit dem Dobergmuseum?
Stellungnahme und Appell des Fördervereins Dobergmuseum (26.09.2007)
In seiner Sitzung am 21. August 2007 und weiteren Arbeitssitzungen befasste sich der Vorstand des Fördervereins Dobergmuseum mit Fragen der Sanierung des Museums sowie der künftigen Trägerschaft und Finanzierung. Der überfällige Beginn der Dach- und Fassadensanierung ist durch den erneuten Stillstand in der politischen Diskussion weiter verzögert worden.
Der Schul- und Kulturausschuss des Kreises Herford als Betriebsausschuss des Museums hatte in seiner Sitzung am 27. August 2007 einstimmig den Beschluss zur Durchführung der Sanierung im I. Bauabschnitt gefasst und die Planungsarbeiten vergeben. Nach der ergebnislos verlaufenden Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung der Stadt Bünde am 29. August 2007 sind aber alle eingeleiteten Maßnahmen wieder gestoppt worden.
Inzwischen wurden die in der politischen Diskussion angesprochenen Alternativen
- Abriss des Dobergmuseums ("Seekuh auf Tour"),
- Abriss des oberirdischen Teils des Dobergmuseums und Neubau,
- Verbleib bei den Plänen zur dauerhaften Sanierung des Museumsneubaus.
Das ist aktueller Stand:
Ein Workshop am 15. Oktober 2007 im Museum soll zu konkreten Lösungsmodellen führen. Die Bürgermeisterin hält, wie einem Bericht der NW vom 26. September zu entnehmen ist, am Vorschlag fest, zwischen Kreis und Stadt eine Kostenregelung 50:50 zu vereinbaren und seitens der Stadt Bünde die Trägerschaft für das Museum zu übernehmen.
Dringender Appell des Fördervereins
Der Förderverein richtet an alle Beteiligten den dringenden Appell, unverzüglich die notwendigen Weichenstellungen vorzunehmen!
Auszuschließen ist, ...
... darin sieht sich der Förderverein durch zahlreiche öffentliche Meinungsäußerungen bestätigt, die Alternative des Abrisses und der Schließung des Dobergmuseums. Vor allem der Vorschlag (war er tatsächlich ernst gemeint?), die Seekuh „auf Tour" durch Bünder Autohäuser etc. zu schicken, hat das Absurde einer solchen Szenerie vor Augen geführt und entsetzte Reaktionen ausgelöst. Es hat den Anschein, dass endlich die vom Förderverein beklagte Mauer des Schweigens zu bröckeln beginnt und die Bünder „ihr" Museum für sich entdecken!
Als faszinierende Alternative ...
... stellt sich die Idee eines oberirdischen Abrisses und Wiederaufbaus dar. Es würde ein Strich gezogen und etwas Neues geschaffen, von „feuchten" Albträumen unbelastet. Fraglich ist, ob eine solche Variante baulich umsetzbar und finanziell lösbar ist.
Die wahrscheinlichste Lösung ...
... bleibt aus Sicht des Fördervereins die dauerhafte Rundum-Sanierung, für die ja bereits ausführungsreife Detail- und Finanzierungspläne vorliegen. Im ersten Schritt soll die Dachsanierung, im unmittelbar darauf folgenden nächsten Schritt die Fassadensanierung durchgeführt werden, um das Gebäude „trocken" zu legen und darüber hinaus durch feine architektonische Kunstgriffe attraktiver erscheinen zu lassen.
Wichtig zu allererst ist aber, ...
... dass endlich gehandelt wird und dass dem Dobergmuseum der Stellenwert zugestanden wird, der ihm zweifellos gebührt. Schon jetzt sind immer mehr Bünder stolz auf ihr Museum. Darin liegt Zukunft!
(Förderverein für das Dobergmuseum - Geologisches Museum Ostwestfalen-Lippe e. V., 26.09.2007)
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Workshop zur Zukunft des Museums
Stadt und Kreis beraten hinter verschlossenen Türen
NW (tcg). Ein Workshop soll helfen, die verfahrene Debatte zur zukünftigen Trägerschaft des Doberg-Museum zu klären. Am 15. Oktober sitzen sich der Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt Bünde und Vertreter des Kreises gegenüber, um vorbereitend zu beraten, wer zukünftig was zahlt und welche Zuständigkeiten hat.
Für Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse ist noch immer der Bünder Verwaltungsvorschlag das adäquate Mittel, den Knoten zu durchschlagen. Die Bürgermeisterin will, dass sich Kreis und Stadt die Kosten für das Museum teilen und die Stadt die Trägerschaft bekommt.
Bis dato zahlt der Kreis 70 Prozent der Kosten und ist Hausherr im Museum. Kleine-Döpke-Güse erklärte auf Anfrage der NW, dass die Verwaltungen von Stadt und Kreis sich im Wesentlichen einig seien. „Nun gilt es, die Politik zu überzeugen.
Die Bürgermeisterin hält nichts davon, das Dobergmuseum abzureißen und nur noch das Tabakmuseum weiter zu führen. Allein die Rückzahlungen der an das Doberg-Museum gekoppelter Fördergelder mache dieses Szenario zu einer sehr unwirtschaftlichen Alternative. Außerdem müsste dann auch das Tabak-Museum umgebaut werden: „Kasse und Sanitäranlagen gibt es nur im Doberg-Museum. Die beiden Museen wurde immer als Einheit betrachtet.“
Eine Teilung der Zuständigkeiten kommt für Kleine-Döpke-Güse auch nicht in Betracht. Auch das Tabakmuseum könne man nur mit Fachpersonal führen. „Wir brauchen dann einen zweiten Museumsdirektor“, so die Bürgermeisterin. Einige Politiker hatten angeregt, dass Verwaltungsmitarbeiter im Tabakmuseum nach dem Rechten sähen und so den Betrieb gewährleisteten. Ein Vorschlag, der die Verwaltungschefin nicht überzeugt.
Auch die von der UWG angeregte Tour der Exponate durch heimische Firmen und Geschäfte sei keine Alternative. Eine von Autohaus zu Autohaus vagabundierende prähistorische Seekuh sei kein Aushängeschild für die Kommune.
Es gehe in dem nicht-öffentlichen Workshop darum, die günstigste Alternative zu finden, betonte die Bürgermeisterin.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 26. September 2007)
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Berichte über die Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses
der Stadt Bünde am 29. August 2007
Die Seekuh soll auf Tour gehen
UWG-Vorschlag für die Zeit ohne Doberg-Museum
Was wird aus dem Doberg-Museum? Das fragte sich am Mittwochabend – wie berichtet – der Wirtschaftsföderungs-Ausschuss des Bünder Rates. Sogar der Abbruch des Museums wurde auf Antrag der UWG-Fraktion angedacht. Und sollte jener Worst Case tatsächlich eintreten, hat die UWG auch einen Vorschlag für die Zeit danach unterbreitet.
Man könne – so Jörn Döring im Gespräch mit der NW – die Ausstellungsstücke an Sponsoren ausleihen. „Bei Becker-Tiemann ist bestimmt genug Platz für die Seekuh“, gab Jörn Döring zu bedenken. Mancher neue Kunde werde sich einfinden, um die Fossilien aus dem Museum in City-Geschäften zu betrachten. Und als Wanderausstellung könnten die Exponate sogar den Ruf Bündes weit jenseits der Stadtgrenzen mehren.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 1. September 2007)
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Ähnliche Vorstellungen finden sich in einem Vorschlag der Freien Wähler vom 9.11.2007:
Seekuh vom Doberg- ins Tabak-Museum
Freie Wähler schlagen Ausstieg des Kreises vor
Bünde (tcg). Die Freien Wähler im Kreistag übernehmen die Sicht ihrer Bünder Kollegen. So wie die Unabhängige Wählergemeinschaft im Rat vertritt Eckhard Gläsker, Fraktionschef der Freien Wähler im Kreis, die Auffassung, dass die derzeit im Doberg-Museum gezeigten Ausstellungsstücke, darunter die prähistorische Seekuh, auch im Tabakmuseum untergebracht werden könnten.
Er möchte die Verwaltung prüfen lassen, ob ein Ausstieg des Kreises dem Steuerzahler nicht billiger komme als ein neuer Vertrag, in dem sich Stadt und Kreis die Trägerschaft teilen. Im Kreisausschuss stellte Gläsker den Antrag, anhand einer Einnahme-Ausgaben-Analyse darzulegen, welche finanziellen Nachteile eintreten, falls die Trägerschaft zum Ablauf der Kooperationsvereinbarung nicht fortgeführt werde. Die Bedingung der Stadt Bünde, als alleiniger Träger nur 50 Prozent der Kosten zu übernehmen, ist für die Freien Wähler nicht akzeptabel. Für Gläsker ist unklar, „ in wie fern der Kreis vertraglich überhaupt gegenüber dem Förderverein für das Dobergmuseum in der Verantwortung steht?“ Die Bewilligung der Fördergelder war gegenüber dem Förderverein geschehen, so dass dieser auch Empfänger eines eventuellen Rückforderungsbescheides der Fördergeber wäre.
Von der errechneten Rückzahlungsverpflichtung in Höhe von rund 3.2 Millionen Euro habe der Kreis nur rund 300.000 zu tragen, wenn man den Betrieb des Dobergmuseums zum jetzigen Zeitpunkt aufgeben würde, heißt es im Antrag. Noch wichtiger seit die Einbeziehung der zukünftigen Betreiberkosten bis zum voraussichtlichen Ablauf des Förderzeitraums. Man könne etwa von einer Million Euro pro Jahr ausgehen, so dass bei einem voraussichtlichen Förderungszeitraum von 12 bis 14 Jahren mit einer Ersparnis von zirka 12 bis 14 Milllionen Euro zu rechnen sei. Vor diesem Hintergrund favorisieren die Freien Wähler den Ausstieg des Kreises.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Freitag 09. November 2007)
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Droht jetzt die Abrissbirne?
Unabhängige Wählergemeinschaft will Verzicht auf Dobergmuseum
Bericht der BZ von Rainer Grotjohann
Im September 1999 ist das Doberg-Museum eröffnet worden. Schon damals zeichneten sich eklatante Baumängel an dem futuristisch anmutenden Komplex ab. Jetzt wird ernsthaft erwogen, dass Gebäude dem Erdboden gleichzumachen.
Die Debatte um das Doberg-Museum - um dessen Betrieb, die Trägerschaft, die Kostenverteilung - hat seit Mittwochabend eine ganz neue Qualität. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) schlägt den Abriss des Gebäudes vor. Und stieß damit im Wirtschaftsförderausschuss bei CDU und FDP auf durchaus offene Ohren. Nach dem Motto »lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende« sollte das paläontologische Museum aufgegeben, das mit erheblichen Baumängeln behaftete Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden.
Aber: Die Stadt Bünde kann eine solche Entscheidung nicht allein fällen. Das Grundstück (einst von der Stadt übereignet) gehört der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, das Gebäude ist Eigentum des Fördervereins Doberg-Museum. Und Betreiber ist noch bis Ende 2008 der Kreis Herford. Der wiederum hat vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 460 000 Euro für die Einrichtung der Dauerausstellung bekommen, eine Million Mark überwies der LWL dem Bauherrn, dem Förderverein, eins als Baukostenzuschuss. Für den selben Zweck zahlte die NRW-Stiftung dem Förderverein 3,3 Millionen Mark. In der Summe und in heutiger Währung also etwa 2,6 Millionen Euro. Die müssten bei einem Abriss zurückgezahlt werden, plus Zinsen. Die Zweckbindung gilt für 25 Jahre, also könnte ein Betrag X für die bisherige Laufzeit des Museums (seit 1999) abgezogen werden. Wenn die Abriss-Lösung zum Tragen kommen sollte, müsste zwischen Stadt und Kreis abgeklärt werden, wer wem welche Summe zurück zahlt. Der Förderverein ist außen vor, er hat an liquiden Mitteln lediglich etwa 260 000 Euro auf dem Konto. Das ist die Summe, die die Versicherung des Architekten für die Behebung von Baumängeln überwiesen hat.
Und dieses Geld sollte eigentlich zur Mitfinanzierung des ersten Sanierungsabschnittes eingesetzt werden. Erst am Montag hatte der Schulausschuss des Kreises Mittel in Höhe von 500 000 Euro für die Dachsanierung freigegeben. »Damit können wir nach dieser Neuentwicklung also wieder nicht beginnen«, sagte gestern Kreisdezernent Wilfried Bockhorst.
Rundweg abgelehnt hat der Wirtschaftsförderausschuss die Forderung des Kreises, die Stadt, deren Betriebskostenanteil am gesamten Museumskomplex bisher auf 265 000 Euro limitiert ist, solle 70 Prozent der Betriebskosten tragen - bei auch künftiger Trägerschaft des Kreises.
Weiterhin in der Debatte ist der Plan der Stadt, die Trägerschaft für die kompletten Museumsinsel zu übernehmen, bei hälftiger Verteilung der Betriebskosten auf Stadt und Kreis. Auch diese Position, so der Auftrag durch den Fachausschuss, soll die Bürgermeisterin bei weiteren Verhandlungen mit der Landrätin vertreten - neben der Abrisslösung.
Die dritte Verhandlungsvariante: Abklärung mit dem Kreis, ob nach dem Abriss ein kompletter Neubau wirtschaftlich darstellbar wäre. Diese Möglichkeit möchten die Grünen geprüft haben.
Und SPD-Fraktionschef Horst Beck steuerte eine vierte Variante bei: Um den Kreis bei der Trägerschaft nicht aus der Verantwortung zu entlassen, könnten Stadt Bünde und Kreis Herford eine gemeinnützige GmbH zum Betrieb des Museums gründen und sich die Kosten teilen. Und der Förderverein müsste in dessen Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Konkrete Beschlüsse, abgesehen von Prüfungs- und Verhandlungsaufträgen an die Bürgermeisterin, fasste der Ausschuss nicht. Und auch die Forderung der UWG, die Exponate des Dobergmuseums müssten der Öffentlichkeit weiter zugänglich bleiben, blieb zunächst undiskutiert.
(Bünder Zeitung Westfalenblatt, Freitag 31. August 2007)
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„Das Ding muss weg!“
Bünder Wirtschaftsförderungsausschuss erörtert erstmals Abbruch
Bericht der NW von Paul Pröter
Der 29. August 2007 könnte als denkwürdiger Tag in die Geschichte des Doberg-Museums eingehen. Aber nicht als Freudentag. Denn am Mittwoch beriet der Wirtschaftsförderungs-Ausschuss des Bünder Rates das Thema „Künftige Trägerschaft und Kostentragungspflicht bezüglich der Museumsinsel“. Und erstmals wurde dabei unverholen über den Abbruch des Doberg-Museums gesprochen.
„Brainstorming“ nennt man für gewöhnlich, was sich jetzt im kleinen Sitzungssaal des Rathauses abspielte. Bürgermeisterin, Verwaltung und Vertreter aller Parteien taten ihre Meinung zur Zukunft der Bünder Museumslandschaft kund. Und Siegfried Becker brachte es auf den Punkt: „Ich habe Hochachtung vor der Presse, wenn sie verständlich beschreibt, was hier passiert.“
Nicht zu beneiden ist auch Anett Kleine-Döpke-Güse, die in weitere Verhandlungen mit dem Kreis mit einer einzigen Prämisse geschickt wird: Die vom Kreis bisher favorisierte Lösung (Erhalt der Trägerschaft von Doberg- und Tabak-Museum sowie Striediekschem Hof für den Kreis mit 70-prozentiger Kostenbeteiligung der Stadt Bünde) wurde abgelehnt.
Die von der Bürgermeisterin favorisierten Vorschläge des Ausschusses für die anstehenden Verhandlungen:
Trägerschaft der Museumsinsel an die Stadt Bünde, 50:50-Teilung der laufenden Kosten zwischen Stadt und Kreis; Abriss des Doberg-Museums und Trägerschaft für Tabakmuseum und Striediekschen Hof durch die Stadt Bünde (in diesem Fall wären etwa 3,2 Millionen Euro an Fördergeldern für Doberg-Museum und Striediekschen Hof zurückzuzahlen).
Die Idee, das Doberg-Museum abzureißen hatte – wie berichtet – die UWG-Fraktion ins Gespräch gebracht. Denn – so Ralf Kanther im Ausschuss – das Museum sei ein Fass ohne Boden. „Das Ding muss weg!“ forderte Kanther. Und ergänzte: „Lieber das Museum schließen als ein Freibad.“
Friedel Heitkamp, CDU-Sprecher, zeigte Verständnis: „Ich kann mich noch an die Einweihung im Juni 1999 erinnern. Da standen wir in einem leeren Bau, aber die Politik wollte das so, rechtzeitig zur anstehenden Kommunalwahl.“ Und Heitkamp weiter: „Auch jetzt helfen nur noch politische Beschlüsse. Alles kostet, aber wir müssen die Kraft haben, einen dicken Schlussstrich zu ziehen.“
„Ich werde nicht meine Hand dafür hinhalten, dass das jemals völlig abgeschlossen ist“, gab die Bürgermeisterin kurz darauf hinsichtlich des Instandsetzungsbedarfs am Doberg-Museum zu Protokoll. Und Hartmut Bokel assistierte der Chefin, indem er an die Frühgeschichte des Museumsbaus erinnerte. Schon 1996 – so Bokel – habe das Hochbauamt der Stadt Bünde nach kurzem Studium der Baupläne erhebliche Bedenken angemeldet. Förderverein, Stadt und Kreis aber hätten diese Bedenken ignoriert und den Architekten weiter gewähren lassen. Mit dem Ergebnis, dass bereits bei der Eröffnung Mängel unübersehbar waren und das Doberg-Museum seit dem Jahr 2000 Gerichte und Gutachter beschäftigt.
Damals wurden die Ausgaben für die Mängelbehebung auf mehr als 150.000 Euro geschätzt. Inzwischen beziffern Experten die Kosten für die Reparatur der gravierendsten Missstände auf gut 1 Million Euro. „Ein Stück aus dem Tollhaus“, nannte das FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Gronemeier.
Ulrike Kowalewsky von den Grünen schlug wenig später eine Lösung vor, die Charme hat: Den Oberbau des Doberg-Museums abtragen und auf dem Kellergeschoss neu errichten – schlicht und für nicht mehr als die veranschlagten Renovierungskosten, so Kowalewsky Aber auch diese Anregung muss noch ausgiebig verhandelt werden. Ebenso wie der von Horst Beck unterbreitete SPD-Vorschlag, Trägerschaft und Unterhaltskosten künftig zu gleichen Teilen Stadt und Kreis zu übertragen und den Förderverein verstärkt einzubeziehen.
(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Freitag 31. August 2007)
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Zur Erinnerung hier ein Bericht der Bünder Zeitung vom 21. Juni 2007:
"Der Kreis Herford ist jetzt am Zug"
Stadt erwartet neues Angebot in Sachen Museumsfinanzierung
von Marold Osterkamp (Bünder Zeitung)
Nein, beruhigte Armin Kuschel, die UWG wolle das Dobergmuseum nicht schließen. Im Augenblick jedenfalls noch nicht, aber man müsse sich alle Optionen offen halten.
Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse beantwortete in der Ratssitzung eine schriftliche Anfrage der Unabhängigen Wählergemeinschaft zum Dobergmuseum, dessen Zukunft offen ist. Darin fragt die UWG, ob "die Variante der Betriebseinstellung in den Verhandlungen mit der Kreisverwaltung schon angesprochen worden" ist. Antwort: "Nein".
Die UWG will außerdem wissen, ob Fördermittel zurückgezahlt werden müssten, wenn die so genannte Zweckbindungsfrist nicht eingehalten werde, also bei einer etwaigen Schließung. Das ist nach Auskunft der Bürgermeisterin der Fall. Zuwendungen hat der Förderverein für das Dobergmuseum erhalten (3,3 Millionen DM aus Mitteln der NRW-Stiftung, eine Million vom Landschaftsverband). Einen Zuschuss für die Inneneinrichtung hat die Stadt als Antragsstellerin bekommen und zwar 991 000 Mark, 50 Prozent der Gesamtkosten von 1,982 Millionen Mark. In einem Ratsbeschluss von November 1989 haben sich Kreis und Stadt verpflichtet, Folgekosten bis zu einer Höhe von 260 000 Mark im Jahr zu übernehmen.
Die Bürgermeisterin mahnte, auf das Angebot des Kreises, der Verträge mit der Stadt gekündigt hat, zu warten. "Der Kreis ist am Zug. Es geht schlichtweg um Geld", und zwar um nicht unerhebliche Summen. Nach ihrer Meinung könnten die Komplexe Doberg- und Tabakmuseum nicht unabhängig voneinander gesehen werden.
(Bünder Zeitung, Donnerstag 21. Juni 2007)
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