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Spannende Duelle auf nassem Asphalt

Zahleiche Besucher beim Seifenkistenrennen in der Bünder Innenstadt

Bericht der NW Bünde am 27.10.08 von Karl-Hendrik Tittel (Text und Fotos)

Ob rasante Flitzer im Rennwagenstil, behäbige Funmobile oder klassische Vehikel: Beim Seifenkistenrennen in der Innenstadt war so ziemlich alles am Start, was Räder hatte. Und auch wenn Geschwindigkeit Trumpf war, galt auch hier das olympische Motto „Dabeisein ist alles.“

„Das ist eine klasse Idee, nächstes Jahr machen wir auch mit“, so Günter Zynda und Rainer Danielmeier, die das Spektakel hinter der Absperrung verfolgten. Nach und nach strömten immer mehr Zuschauer zur Else-/Hangbaumstraße, wo die Organisatoren, Stadtmarketing Bünde, St. Josef Kirchengemeinde und das Bünder Museum morgens alles für die Ausrichtung vorbereitet hatten.

Bevor es losging, unterzog Dekra-Mitglied alle Karossen einer Sicherheitsprüfung. „Bei einer Kiste musste noch etwas nachgebessert werden aber insgesamt gab es kaum Probleme.“ Dann wurde die rund 200 Meter lange Strecke für die Testfahrten freigegeben. Auch hier schon wurden die Fahrer in ihren Kisten von den Zuschauern lautstark angefeuert und einige Teams hatten sogar ihren eigenen Fanclub mit dabei. Neugierig reckte der fünfjährige Fynn Linus Hartmann seinen Kopf in Richtung der anbrausenden Kisten. „Wenn ich alt genug bin, will ich auch mitfahren“, so der Bünder, der mit seiner Mutter Kerstin Hartmann vor Ort war. Nach einer Einführung von St. Josef Gemeindereferent Ulrich Martinschledde ging’s am frühen Nachmittag richtig los. . Zuerst waren die Kids beim Zeitfahren dran, gefolgt von den Erwachsenden und der XXL, der Spaß-Klasse, die außer Konkurrenz fuhr. Anhand eines elektronischen Messgerätes konnten die Geschwindigkeiten genau ermittelt werden, die besten Fahrer erreichten ein Tempo von über 30 Stundenkilometern.

Leider regnete es später, aber das störte die Fahrer ebenso wenig wie die Zuschauer. Die verfolgten das „Passanten-Fahren“ und zum Schluss das spannende Stechen.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Montag 27. Oktober 2008)


Seifenkisten mit Vergangenheit

Vor rund 40 Jahren wurde der erste Grand-Prix auf der Eschstraße ausgetragen
Neuauflage wird am Sonntag, 26. Oktober 2008 gestartet

Bericht der NW Bünde am 6.8.08 von Thorsten Gödecker (Text und Foto) - aktualisiert -

Etwas vorschnell haben das Bünder Museum und die Sankt-Josef-Gemeinde zum 1. Bünder Seifenkisten-Grad-Prix aufgerufen. Denn den hat es schon gegeben – vor etwa 40 Jahren. Darauf hat die Organisatoren Christa Nettlich aufmerksam gemacht. Sie war mit von der Partie, als in den 1960er Jahren die tollkühnen Piloten in ihren gezimmerten Kisten die Eschstraße runter donnerten.

Aus Holz sind die modernen Versionen immer noch, doch modernste Kugellager machen die Boliden unter den Seifenkisten zu nervigen Fahrzeugen, die auch einem Kisten-Konstrukteur wie Ulrich Franzrahe all sein Können abverlangen.

Der Museumstechniker, der auch eine Kfz-Lehre abschloss, nutzte sein theoretisches und praktisches Wissen, um im Doberg-Museum einige Seifenkistenbausätze zu tunen. „Nach den Sicherheitskriterien der Gegenwart“, versichert Franzrahe und zwängt sich in die Kiste. Er steht potentiellen Piloten, die im eigenen Fahrzeug am 20. September von der Rampe an der Bismarckstraße rollen wollen, mit Rat zur Seite. Zwischen Tönnies-Wellensiek-Platz und Freibad wird der nunmehr 2. Bünder Seifenkisten-Grand-Prix ab 11 Uhr entschieden werden.

Mit dieser gemeinsamen Aktion wollen Museum und katholische Kirchengemeinde ein inzwischen in Vergessenheit geratenes Hobby wiederbeleben.

„Der erste von Horst Jankowski organisierte Grand Prix war noch auf der für den Autoverkehr gesperrten Eschstraße ausgetragen worden“, erinnert sich Christa Nettlich. In welchem Jahr die Kisten gen Bahnhofstraße rauschten, weiß sie nicht mehr. Grundsätzlich aber habe sich wenig verändert, räumt Franzrahe ein und verweist auf den Urtyp aller Seifenkisten, der über Seile gelenkt wird und den eine zweckentfremdete Babywagen-Bremse stoppt. Da diese ihre Bremskraft eher ruppig abgibt, ist es 2008 eine Art Handbremse, die gummigepuffert über den Asphalt kratzt und die Kiste behutsamer abbremst. Bis zum Start nehmen die Organisatoren noch Anmeldungen entgegen. Dem damaligen Sieger des ersten Grad-Prix’ versprechen sie eine Triumph-Fahrt, wenn er sich im Museum meldet.

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Mittwoch 6. August 2008)


"In die Kisten, fertig, los!"

Seifenkisten-Grand-Prix am Sonntag 26. Oktober 2008

Bericht der NW Bünde am 21.6.2008 von Paul Pröter (Text und Fotos) - aktualisiert -

Eine Premiere besonderer Art erlebt Bünde im Oktober 2008. Museum und katholische St.-Josefs-Gemeinde bitten zum ersten Bünder Seifenkisten-Grand-Prix. Ausgetragen wird das Rennen auf der Bismarckstraße zwischen Tönnies-Wellensiek-Platz und Freibad.

Seifenkisten sind selbst gebaute, nicht motorisierte Kleinfahrzeuge, meist aus Holz, Kohlefaser oder ähnlichen Materialien gebaut. Die Lenkung der Seifenkisten, ab 1973 auch Minicar genannt, erfolgt durch das Schwenken einer Starrachse, meist der Vorderachse, mittels Lenkseilen oder einer anderen Lenkvorrichtung.

Mit dieser gemeinsamen Aktion wollen Museum und katholische Kirchengemeinde ein einst sehr beliebtes, inzwischen aber etwas in Vergessenheit geratenes Hobby wiederbeleben. Seifenkistenrennen waren einst der Hit für Kinder, die beim Bau dieser Renner spielerisch eine ganze Menge über Technik lernen konnten. Den Kindern von heute gehe das etwas ab, waren sich Museumsleiter Michael Strauß, Mitarbeiter Ulrich Franzrahe und Ulrich Martinschledde, St.-Josef-Gemeindereferent einig. Und um diese technischen Grundkenntnisse zu fördern, boten St.-Josef-Gemeinde und Museum für alle angehenden Seifenkisten-Grand-Prix-Fahrer einen Workshop an.

Nicht nur Jugendliche sind zu diesem ganz besonderen Grand Prix um den Preis des Museums Bünde eingeladen, sondern auch Erwachsene. „Zwei Betriebsmannschaften haben sich schon gemeldet“, berichtete gestern Ulrich Martinschledde mit Stolz. „Und es dürfen ruhig noch ein paar mehr werden.“

(Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Samstag 21. Juni 2008)